Wiepersdorf zwischen Krieg und Frieden

Videoinstallation im Schloss Wiepersdorf

75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg widmet sich der brandenburgische Dokumentarfilmregisseur Sebastian Eschenbach der Geschichte des Ortes Wiepersdorf und dessen Schloss im Niederen Fläming.

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Das barocke Gutshaus Wiepersdorf war die Heimat der Familie von Arnim. Der Schriftsteller Achim von Arnim lebte auf dem Landsitz der Familie und schrieb dort berühmte Werke, wie den ersten Band seines unvollendeten Hauptwerkes “Die Kronenwächter”. Bis 1945 lebten die Nachfahren der von Arnims in Wiepersdorf. Mit der Besetzung des Dorfes durch die Rote Armee musste die Familie das Schloss räumen. Die Malerin Bettina Encke von Arnim konnte das Haus vor der Zerstörung und setzte sich für die Gründung eines Dichterheimes ein. Schon am 16. Juli 1946 wurde in Potsdam die Dichterstiftung e.V. gegründet, die das Anwesen in Wiepersdorf als Eigentum erhielt. 1965 wurde das Haus in “Bettina-von-Arnim-Heim” umbenannt. Nach der Wiedervereinigung wechselte das Haus mehrfach den Besitz, bis im Juni 2019 die Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf gegründet wurde.

Die Videoinstallation des Dokumentarfilmregisseurs Sebastian Eschenbach erkundet die gesellschaftlichen, historischen, geografischen, politischen, künstlerischen und menschlichen Ebenen der vergangenen 75 Jahre in Wiepersdorf: Zwischen Zweitem Weltkrieg und Neubeginn; Zwischen Stadt und Land; Zwischen Künstler*innen und Staatsmacht und Zwischen dem Ende der DDR und dem wiedervereinten Deutschland.

In Interviews erzählen Zeitzeugen*innen ihre persönlichen Erinnerungen zu Wiepersdorf: einst ein Gutshof, ein Schloss, dann kam der Krieg und die sowjetische Kommandantur, das Gut wurde sozialisiert, das Land verteilt. Nach dem Krieg war es ein Schriftstellerheim der DDR. Die geistige Elite der DDR hat in Wiepersdorf gedacht, diskutiert, geträumt, geschrieben. Die DDR geht unter, Wiepersdorf lebt weiter, das Alte wird gelöscht, überschrieben, neu gedeutet.

Der Film gibt einen kleinen Einblick in die Videoinstallation von Sebastian Eschenbach, Britta von der Behrens und Thomas Malz. Eine Produktion der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf.

Wiepersdorf zwischen Krieg und Frieden

Premiere 23. August 2020, 14 Uhr
Für Besucher*innen ist die Videoinstallation ab dem 29. August bis zum
1. November 2020 jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Eintritt frei
Ort Schloss Wiepersdorf, Tankhalle
Bettina-von-Arnim-Straße 13, 14913 Wiepersdorf (Niederer Fläming)

Hinweise für Besucher*innen

Aufgrund der jeweils aktuell geltenden Gesetzeslage kann es zu besonderen Anforderungen oder auch Einschränkungen für Besucherinnen, wie z.B. der Begrenzung der Anzahl der Teilnehmer*innen oder das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes, kommen. Es wird empfohlen, sich vor dem Besuch auf der Internetseite des Veranstalters über eventuelle Zutrittsbegrenzungen oder andere Besonderheiten zu informieren.

Telefon 033746 69 90
E-Mail info@schloss-wiepersdorf.de
Web www.schloss-wiepersorf.de