Themenjahr 2021: »Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Brandenburg«

Das Foto zeigt die Eingangstür zum ehemaligen Zechenhaus im Museumspark Rüdersdorf. Links und rechts von der Tür sind Werkarbeiter zu sehen.

Die Ausschreibung zum Themenjahr Kulturland Brandenburg 2021 ist online.
Projekteinreichungen sind bis zum 15. Juni möglich.

Kulturland Brandenburg wird 2021 die Industriekultur in den Fokus der Landeskultur rücken. Angesichts andauernder Transformationsprozesse in den industriell geprägten Regionen und Städten des Landes benötigt die Industriekultur neue Impulse für die Herausforderungen der Zukunft. Erforderlich ist eine erweiterte Auseinandersetzung mit Industriekultur und damit eine Justierung, die vor allem zwischen der industriellen Vergangenheit und ihrer Zukunft vermittelt.

Die unmittelbare Erfahrbarkeit der Industrie als Alltagsphänomen ist auch in Brandenburg durch die räumliche Entmischung von Stadtfunktionen, die Verlagerung von Produktionsstätten, die Automatisierung und die zunehmende Digitalisierung von Arbeitsprozessen immer weniger gegeben. Deshalb erscheint es geboten, Industriekultur heute verstärkt in ihren komplexen Wechselwirkungen zu sehen und das kulturelle Selbstbild des industriellen Brandenburgs zu erneuern. So könnte das Konzept der Industriekultur hier sinnvolles und wegweisendes politisches, gesellschaftliches und baukulturelles Handlungsfeld werden.

Der Versuch eines Industriekultur-Updates bedeutet einen Richtungswechsel, bei dem Industriekultur nicht länger nur als erhaltungsbemühter Rückblick, sondern ebenso als industrielle Zukunftsperspektive verstanden wird. Damit soll die beachtenswerte Leistung derer nicht in Frage gestellt werden, die die Spuren der vergangenen Industrialisierung, das baukulturelle sowie das immaterielle Kulturerbe der Industrie bis heute erhalten und im öffentlichen Bewusstsein gehalten haben. Die vielen noch bestehenden Bergbaugroßgeräte, Textil-, Papier- und Tuchfabriken, Tagebaue, Ziegeleien, Kraftzentralen oder Bahnanlagen der letzten 200 Jahre sind lebendige Zeugnisse brandenburgischer Industriegeschichte.

In Zukunft wird es jedoch verstärkt darum gehen, Industriekultur als Teil der industriellen Gegenwart zu verankern. Die Industriekultur muss in Brandenburg stärker auf den aktuellen Kulturdiskurs und in gleicher Weise auf die gegenwärtige industrielle Entwicklung bezogen werden. Nur so kann sie auch an gesellschaftlicher Gegenwartsrelevanz gewinnen. Grundlegend dafür ist eine Perspektivänderung, bei der die industrielle Entwicklung nicht als historisch abgeschlossener, sondern als aktueller und zukunftsweisender Prozess verstanden wird.

Um dies zu erreichen, soll 2021 der Diskurs zu einer neuen Industriekultur, zu einer Kultur unserer industriellen Gegenwart, befördert werden. Es gilt, neue Wege der Industriekultur in Brandenburg durch zukunftsweisende, auch überraschende Projekte im ganzen Bundesland zu erproben. Als die Dachmarke für kulturelle Vielfalt wird Kulturland Brandenburg Industriekultur in Partnerschaft mit künstlerischen und kulturellen Projekten im Kontext von Wissenschaft, Tourismus und kultureller Bildung weiterdenken. Das Thema für das Jahr 2021 lautet im Arbeitstitel »Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Brandenburg« und schlägt damit den Bogen in das Themenjahr »Stationen der Industriekultur« aus dem Jahr 2000. Hierbei gilt es zu fragen, inwieweit die vergangenen 20 Jahre der Industriekultur auch Antworten auf die kulturellen sowie gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft ermöglichten.

Bemerkungen zum Aufruf

Das Themenjahr Kulturland Brandenburg 2021 »Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Brandenburg« (AT) führt den konzeptionellen Ansatz der vorhergehenden Themenjahre fort, jährlich unter einem anderen Schwerpunkt zu Entdeckungen in das Land Brandenburg einzuladen, um das kulturelle Erbe und die kulturelle Vielfalt der Region, aber auch die Zäsuren und Brüche in der brandenburgischen Geschichte sichtbar werden zu lassen. So geht es einerseits um eine klare Akzentuierung thematischer und regionaler Schwerpunktsetzungen, aber andererseits auch darum, ein dezentrales Konzept zu verfolgen, das es ebenso kleineren Initiativen und Einrichtungen ermöglicht, als Baustein einer Dachmarke qualifiziert, kommuniziert und vermarktet zu werden.

Einreichung Ihrer Projektidee

Im Sinne einer zeitnahen Projektplanung bitten wir Sie, Projektideen bis spätestens zum 15. Juni 2020 in der Geschäftsstelle der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg, Brigitte Faber-Schmidt, Schloßstr. 12, 14467 Potsdam, oder per Mail an: b.faber@kulturland-brandenburg.de einzureichen. Noch einige praktische Hinweise:
– Bitte reichen Sie eine kurze Projektskizze mit dem Konzept Ihres Projektes sowie erste Eckdaten Ihres Kosten- und Finanzierungsplans (bestehend aus den Gesamtkosten, der gewünschten Fördersumme, evtl. Eigenanteilen und/ oder angestrebten bzw. beantragten Ko-Finanzierungen) ein.
– Über Kulturland Brandenburg können bis zu 50% der zuwendungsfähigen Gesamtkosten gefördert werden.

Die komplette Ausschreibung und das Konzept zum Themenjahr Kulturland Brandenburg 2021 »Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Brandenburg« finden unter diesem Link.

Antragsformulare

Gern stellen wir Ihnen die entsprechenden Formulare zur Verfügung. Sie können diese herunterladen, digital ausfüllen und an die oben genannte Mail senden. Die Allgemeinen Nebenbestimmungen zur Projektförderung enthalten alle Informationen, die Sie bei einer Förderung mit öffentlichen Mitteln berücksichtigen müssen.

  1. Antrag auf Projektförderung zum Themenjahr Kulturland Brandenburg 2021 (beschreibbares PDF-Dokument)
  2. Vorlage zum Finanzierungsplan (Excel-Datei)
  3. Allgemeine Nebenbestimmungen zur Projektförderung – ANBest-P (PDF-Dokument)
  4. Allgemeine Nebenbestimmungen zur Projektförderung an Gemeinden – ANBest-G (PDF-Dokument)

Bildnachweis: Ehemaliges Zechenhaus, Museumspark Rüdersdorf bei Berlin, Foto: Frank Gaudlitz/frank-gaudlitz.de © Kulturland Brandenburg