Du sollst doch wissen, dass ich an Dich denke

Ausstellung im Museum Schloss Lübben

Das Museum Schloss Lübben widmete sich im Themenjahr 2020 einee neuen Ausstellung mit Briefen und Postkarten aus den Jahren 1943 bis 1947. Die Zeugnisse berichten vom Leben der Lübbener Eheleute Frieda und Richard Groschke.

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Etwa 40 Briefe sind überliefert. Sie vermitteln eindrücklich – neben dem Versuch den Alltag erträglich darzustellen – Hoffnungen und Ängste. Etwa wenn Frieda Groschke am 3. Dezember 1946 schreibt: „Gerechnet haben wir, dass Du zum Weihnachtsfest hier bist. Ich sehe aber, dass es doch nicht wird.“ Richard Groschke befand sich noch bis in den Frühling des Folgejahres in französischer Kriegsgefangenschaft.

Die Ausstellung ordnete die Berichte der Familie Groschke in einen historischen Kontext ein und vermittelte den Besucher*innen einen Eindruck vom Leben in der Stadt im Spreewald während und in Folge des Zweiten Weltkrieges. Sie zeigte Fotografien der Kriegszerstörungen, die allesamt aus dem fotografischen Atelier Erich Hinkelmann stammen. Ein Album mit Aufnahmen befindet sich in der Sammlung des Museums. Die Bilder zeigen deutlich die Vernichtung der im April 1945 zur Festung erklärten Stadt: Ruinen, unpassierbare Brücken, die Paul-Gerhardt-Kirche ohne Kirchturmhaube und immer wieder zerstörte Häuser und Geschäfte.

Eine Einordnung der Briefe und Abbildungen wurde zusätzlich über kurze Zitate von Lübbener Zeitzeug*innen ermöglicht. Das Museum Schloss Lübben hat es sich zur Aufgabe gemacht, Erinnerungen festzuhalten und zur Bewahrung und Mahnung zu veröffentlichen. Der Ausstellung im Museum Schloss Lübben gelang es, das Schicksal einer Familie in den Kriegsjahren von 1939 bis 1945 mit dem der Stadt, in der sie lebten, zu verbinden.

“Du sollst doch wissen, dass ich an Dich denke”

Laufzeit vsl. ab dem 1. Dezember 2020 — 21. Februar 2021
Eintritt 4,50 Euro, ermäßigt 2,40 Euro
Öffnungszeiten Mi — So 9 — 16 Uhr
Ort Museum Schloss Lübben
Ernst-von-Houwald-Damm 14, 15907 Lübben (Spreewald) / Lubin (Błota)

Telefon 03546 187478
E-Mail museum@luebben.de
Web www.museumn-luebben.de

Kosmos Campus

Online-Ausstellung von Studierenden der Fachhochschule Potsdam

Nach eineinhalbjähriger Recherche präsentierten Studierende der Fachhochschule Potsdam eine digitale Ausstellung zur Militärgeschichte des Campus, an dem sie selbst studierten. Im Zentrum des Projektes stand das Casino, ein studentisch verwaltetes Kulturzentrum. Wie wurden die Gebäude früher genutzt? Wer war hier einst stationiert? Wie gestaltete sich der Alltag der Soldaten? Diesen und weiteren Fragen sind die Studierenden nachgegangen.

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Das Projektteam des Studiengangs Kulturarbeit startete im Jahr 2019, in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit dem Studiengang Archiv, eine Spurensuche zur militärischen Geschichte des Campus im Stadtteil Bornstedt. 

Der Campus der Fachhochschule entstand aus einem der vielen Kasernengelände im Norden Potsdams, das Mitte des 18. Jahrhunderts als größter Exerzierplatz der Garnison galt. In den 1935 errichteten Kasernen war das 2. Bataillon des 9. Infanterieregiments stationiert. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde das Gelände von sowjetischen Truppen weiterhin militärisch genutzt und blieb bis zu deren Abzug für die Öffentlichkeit verschlossen. 1991 wurde die Fachhochschule Potsdam gegründet. Die Hochschule war seit ihrer Entstehung auf mehrere Standorte in Potsdam verteilt, nutzte aber von Beginn an Gebäude der früheren Kasernenanlagen. Seit Sommer 2017 sind alle Fachbereiche der Fachhochschule auf einem Campus an der Kiepenheuerallee vereint. 

Ausstellung im Casino – online

Das Casino, ein von Studierenden selbstverwaltetes Gebäude, ist ein beliebter Treffpunkt auf dem Campus der FHP. Regelmäßig finden dort Kulturveranstaltungen statt. Die Ausstellung im Caféraum des Casinos vermittelte die Nutzungsgeschichte des Hauses. Im Fokus stand dabei die drastische Wandlung des Gebäudes – vom Pferdestall zum heute studentisch verwalteten Kulturzentrum. Bedingt durch die Corona-Pandemie wurde die Ausstellung als digitale Präsentation auf der Webseite www.kosmoscampus.de erlebbar gemacht. 

Audiowalk 

Der Campus der Fachhochschule ist geprägt durch seine Vergangenheit als Kasernenstandort. Innerhalb des Audiowalks wird die militärische Geschichte aufgearbeitet und anhand der Beschreibung des Alltags der Stationierten erlebbar gemacht. 

Weitere Informationen

Web kosmoscampus.de
Instagram kosmoscampus

Kriegskinder

Zeitzeugenprojekt im Stadtmuseum Schwedt

Das Stadtmuseum Schwedt blickte im Themenjahr 2020 mit einer neuen Ausstellung in die Zeit des Wiederaufbaus der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg. Wie viele andere Städte an der Oder war auch Schwedt von massiven Zerstörungen betroffen. In der Ausstellung kamen die Menschen zur Sprache, die die Stadt wiederaufgebaut und auch das große Erdölverarbeitungswerk der PCK Raffinerie mit errichtet hatten.

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Die Ausstellung im Stadtmuseum Schwedt stellte die “Kriegskinder” in filmischen Portraits vor. Es war ihre Generation, die das Erdölverarbeitungswerk und die Stadt Schwedt in den 1960er-Jahren mit aufgebaut hat und noch heute dort lebt. Bei dieser Aufbaugeneration handelt es sich größtenteils um Kinder, die während des Zweiten Weltkriegs geboren wurden und 1945 vor der Roten Armee fliehen mussten. 1960 folgten sie dem Aufruf der FDJ und kamen in die Uckermark. Unter der Losung “Zukunft, Aufbau und Fortschritt im Herzen” gestalteten sie sich eine neues Leben.

Die Journalistin Franziska Tenner ging den verschiedenen, oft schmerzlichen Lebenswegen der Neuschwedter auf den Grund und hielt sie filmisch fest. Die so entstandenen Videoporträts wurden durch persönliche Erinnerungsstücke aus den ursprünglichen Herkunftsregionen, wie Lieder, Objekte, Fotografien und Rezepte ergänzt.

Das Projekt verstand sich als Angebot, um über das verschwiegene, teils unbewusste Erbe der Erbauer von Schwedt/Oder ins Gespräch zu kommen.

KRIEGSKINDER. Verlorene Heimat. Neue Wege

Laufzeit 13. Oktober — 29. November 2020
Eintritt frei
Öffnungszeiten Di—Fr 10 — 17 Uhr, Sa+So 14 — 17 Uhr
Ort Stadtmuseum Schwedt/Oder
Jüdenstraße 17, 16303 Schwedt/Oder

Telefon 03332 446 791
E-Mail museum.stadt@schwedt.de
Web www.schwedt.eu/stadtmuseum

Neues Kinderbuchmuseum im Havelland sucht Zeitzeug*innen

Das Bild zeigt eine Zeichnung eines Teddybären, der hinter einer Wand hervorschaut. Außerdem steht auf dem Bild die Frage: Wer erinnert sich?

Im Mai 2020 wurde auf dem Gelände von Schloss Kleßen ein neues Kinderbuchmuseum im Havelland eröffnet. Für das Projekt suchte die Kuratorin Birgit Jochens nach Zeitzeug*innen.

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Im Rahmen des Themenjahres »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg« entstand in Kleßen eine Ausstellung zum Thema »Kindheit in der Nachkriegszeit«. Dafür bat das Museum um die Mitarbeit von Menschen, die zwischen 1945 und 1960 ihre Kindheit in Brandenburg oder Berlin verbracht haben und mit ihren Schilderungen einen Einblick in die Kinderwelt nach dem Zweiten Weltkrieg und der »Aufbaujahre« vermitteln konnten. Hat es eine Kindheit wie im Bilderbuch gegeben? Was gehört zu den positiven, was zu den negativen Erinnerungen?

Das Museum bekam viele Rückmeldungen, die als Geschichten in die Ausstellung einfließen konnten.

Kinderbuchmuseum im Havelland
Telefon 033235 1536
E-Mail kontakt@kinderbuchmuseum-havelland.de

Bildquelle Ausschnitt aus dem Flyer © Bilderbuchmuseum im Havelland