Die Ziegeleien und ihre Reste im Land Brandenburg – eine Spurensuche

1. Januar Ganztägig

Das Bild zeigt die Ruine des Ringofens in Reetz.

Die Jugendbauhütte Brandenburg wird im Themenjahr 2021 insbesondere “Das lebendiges Museum”, am Beispiel der Ziegelindustrie in Brandenburg aufarbeiten. In ihrer Seminartätigkeit werden die Jugendlichen im Rahmen einer Fotodokumentation einen Vergleich anstellen, wie sich die Anfang der 1990er Jahre durch einen Berliner Architekten bereits dokumentierten, ehemaligen Ziegeleien in Brandenburg heute darstellen. Erhalt, Verfall und Neuentdeckungen werden hier aufgezeigt. Aber auch die Weiterentwicklung in diesem Bereich.

Das Projekt will darüber hinaus aufzeigen, wie noch heute in Teilen der Welt unter menschenunwürdigen Bedingungen Ziegel produziert werden. Fast ein Widerspruch in sich. Hier das produzierende Denkmal, die Erinnerungskultur und dort die Realität auf anderer Ebene. Heute gibt es im Land Brandenburg nicht mehr sehr viele aktive Ziegeleien wie das produzierende Denkmal in Glindow oder der Ziegeleipark Mildenberg. Manchmal gibt es aber auch noch sensationelle Entdeckungen. So wurde vor zwei Jahren, ein im Dornröschenschlaf erhalten gebliebener Ziegeltrockenschuppen bei Milow in der Nähe von Rathenow entdeckt.

Während des Themenjahres sind Veranstaltungen im Klosterstift Heiligengrabe, in der neuen Ziegelmanufaktur Glindow, im Ziegeleipark Mildenberg und in der alten Ziegelei Reetz geplant.

Mit dem Projekt möchte die Jugendbauhütte Brandenburg auf die Lebensbedingungen pakistanischer Familien und Kinder aufmerksam machen, die unter unmenschlichen Bedingungen von Sonnenaufgang bis -untergang in Lohnsklaverei Ziegel produzieren. Einen engen Kontakt zu mehreren Ziegeleidörfern gibt es über den Nuthetaler Verein „Rubinas 400 Kinder“ e.V., der Hilfe für diese Menschen, besonders eine gute Schulbildung für die Kinder organisiert.

Zum Abschluss des Projektes soll das Feuer in einem von Jugendlichen unter fachlicher Anleitung gebauten Ziegelbrennofen in Heiligengrabe entfacht werden.

Termine Die genauen Veranstaltungstermine werden noch bekanntgegeben.
Orte Die Veranstaltungen finden u.a. an den folgenden Orten statt:
Klosterstift zum Heiligengrabe, Speicher, Stiftsgelände, 16909 Heiligengrabe
Neue Ziegeleimanufaktur Glindow, Alpenstraße 47, 14542 Werder (Havel) OT Glindow
Ziegeleipark Mildenberg, Ziegelei 10, 16792 Zehdenick
Alte Ziegelei Reetz
Alte Ziegelei Milow
Alte Ziegelei Muggerkuhl

ijgd LV Brandenburg e.V., Jugendbauhütte Brandenburg
Telefon 0331 201 532 10
Mail fsjk.denkmal.bb@ijgd.de
Web www.ijgd.de und www.denkmal.de

Bildquelle Ringofen Reetz, Foto: © Bernd Henning

Heiligengrabe

Klosterstift zum Heiligengrabe, Speicher, Stiftsgelände
Heiligengrabe, 16909 Deutschland
+ Google Karte anzeigen

Kosmos Campus

Online-Ausstellung von Studierenden der Fachhochschule Potsdam

Nach eineinhalbjähriger Recherche präsentierten Studierende der Fachhochschule Potsdam eine digitale Ausstellung zur Militärgeschichte des Campus, an dem sie selbst studierten. Im Zentrum des Projektes stand das Casino, ein studentisch verwaltetes Kulturzentrum. Wie wurden die Gebäude früher genutzt? Wer war hier einst stationiert? Wie gestaltete sich der Alltag der Soldaten? Diesen und weiteren Fragen sind die Studierenden nachgegangen.

Mehr erfahren »

Das Projektteam des Studiengangs Kulturarbeit startete im Jahr 2019, in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit dem Studiengang Archiv, eine Spurensuche zur militärischen Geschichte des Campus im Stadtteil Bornstedt. 

Der Campus der Fachhochschule entstand aus einem der vielen Kasernengelände im Norden Potsdams, das Mitte des 18. Jahrhunderts als größter Exerzierplatz der Garnison galt. In den 1935 errichteten Kasernen war das 2. Bataillon des 9. Infanterieregiments stationiert. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde das Gelände von sowjetischen Truppen weiterhin militärisch genutzt und blieb bis zu deren Abzug für die Öffentlichkeit verschlossen. 1991 wurde die Fachhochschule Potsdam gegründet. Die Hochschule war seit ihrer Entstehung auf mehrere Standorte in Potsdam verteilt, nutzte aber von Beginn an Gebäude der früheren Kasernenanlagen. Seit Sommer 2017 sind alle Fachbereiche der Fachhochschule auf einem Campus an der Kiepenheuerallee vereint. 

Ausstellung im Casino – online

Das Casino, ein von Studierenden selbstverwaltetes Gebäude, ist ein beliebter Treffpunkt auf dem Campus der FHP. Regelmäßig finden dort Kulturveranstaltungen statt. Die Ausstellung im Caféraum des Casinos vermittelte die Nutzungsgeschichte des Hauses. Im Fokus stand dabei die drastische Wandlung des Gebäudes – vom Pferdestall zum heute studentisch verwalteten Kulturzentrum. Bedingt durch die Corona-Pandemie wurde die Ausstellung als digitale Präsentation auf der Webseite www.kosmoscampus.de erlebbar gemacht. 

Audiowalk 

Der Campus der Fachhochschule ist geprägt durch seine Vergangenheit als Kasernenstandort. Innerhalb des Audiowalks wird die militärische Geschichte aufgearbeitet und anhand der Beschreibung des Alltags der Stationierten erlebbar gemacht. 

Weitere Informationen

Web kosmoscampus.de
Instagram kosmoscampus

Früher Sperrzone – heute Ausflugsziel

Instagram-Fotoausstellung in der SteinTherme Bad Belzig

Das Bild zeigt die Ruinen der ehemaligen Heilstätten in Beelitz, die mittlerweile om Wald überwuchert sind. Die Sonne scheint durch die Bäume. Im Hintergrund ist der Baumkronenpfad zu sehen.

Im Fläming können sich Besucher*innen heutzutage vielerorts auf die Spuren der deutschen Nachkriegszeit begeben. Früher waren diese Plätze Sperrzonen, zu denen nur das Militär Zugang hatte. Erst nach 1994, dem Jahr des Abzugs der russischen Armee, wurden diese Areale für die Zivilgesellschaft wieder zugänglich. Heute sind einige davon in unterschiedlichem Grad auch touristisch erschlossen. Dazu zählen zum Beispiel das Wildgehege Glauer Tal, die Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf-Waldstadt oder der Baumkronenpfad in Beelitz-Heilstätten – drei von neun Orten, die auch in einer Ausstellung sowie online unter www.flaeming-ausstellung.de gezeigt wurden.

Mehr erfahren »

Das Besondere an der Ausstellung: Sie zeigte Lieblingsorte und Blickwinkel von Menschen, die selbst aus dem Fläming stammen oder dort leben. Bereits seit einigen Jahren berichten die sogenannten #Flämingbotschafter auf der Social Media-Plattform Instagram aus ihrer Nachbarschaft. Mit ihren Motiven und Tipps regen sie die Community dazu an, die Region Fläming zu entdecken und zu erleben. „Mit der Ausstellung möchten wir dies nun auch analog möglich machen. Sie ist eine besondere Form, um digitales Marketing der Reiseregion Fläming in das echte Leben zu holen und dabei beide Ebenen miteinander zu verzahnen“, so Daniel Sebastian Menzel, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Fläming e.V.

Die Fotografien wurden von einer Broschüre begleitet, die weitere Informationen und Hintergründe zu den portraitierten Orten bereitstellte. Außerdem gab es vor Ort zwölf verschiedene Postkarten mit Ausstellungsmotiven, die auf die Orte und #Flämingbotschafter hingewiesen haben. „So können Begeisterte gleich eine Ansichtskarte mit Ausflugstipp an ihre Bekannten und Familien versenden.“, fügte Daniel Sebastian Menzel hinzu.

Früher Sperrzone – heute Ausflugsziel

Laufzeit 25. September — 2. November 2020
Eintritt frei
Öffnungszeiten täglich 9 — 22 Uhr
Ort SteinTherme Bad Belzig, Am Kurpark 15, 14806 Bad Belzig

weitere Orte

Die Ausstellung wurde im Anschluss an zwei weiteren Orten gezeigt.

Laufzeit 4. November — 2. Dezember 2020
Eintritt frei
Öffnungszeiten täglich 9 — 16 Uhr
Ort NaturParkZentrum am Wildgehege Glauer Tal
Glauer Tal 1, 14959 Trebbin OT Blankensee

Laufzeit 4. Dezember 2020 — 15. Januar 2021
Eintritt frei
Öffnungszeiten Di 10 — 17 Uhr, Mi 13 — 17 Uhr,
Do, 13 — 18 Uhr, Fr + Sa 10 — 13 Uhr
Ort Stadtbibliothek im Kulturquartier Mönchenkloster Mönchenkirchplatz 4, 14913 Jüterbog

Telefon 033204 628 70
E-Mail info@reiseregion-flaeming.de
Web www.reiseregion-flaeming.de

Bildquelle Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten, Foto: © Ivonne Mikowski