Kosmos Campus

Online-Ausstellung von Studierenden der Fachhochschule Potsdam

Nach eineinhalbjähriger Recherche präsentierten Studierende der Fachhochschule Potsdam eine digitale Ausstellung zur Militärgeschichte des Campus, an dem sie selbst studierten. Im Zentrum des Projektes stand das Casino, ein studentisch verwaltetes Kulturzentrum. Wie wurden die Gebäude früher genutzt? Wer war hier einst stationiert? Wie gestaltete sich der Alltag der Soldaten? Diesen und weiteren Fragen sind die Studierenden nachgegangen.

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Das Projektteam des Studiengangs Kulturarbeit startete im Jahr 2019, in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit dem Studiengang Archiv, eine Spurensuche zur militärischen Geschichte des Campus im Stadtteil Bornstedt. 

Der Campus der Fachhochschule entstand aus einem der vielen Kasernengelände im Norden Potsdams, das Mitte des 18. Jahrhunderts als größter Exerzierplatz der Garnison galt. In den 1935 errichteten Kasernen war das 2. Bataillon des 9. Infanterieregiments stationiert. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde das Gelände von sowjetischen Truppen weiterhin militärisch genutzt und blieb bis zu deren Abzug für die Öffentlichkeit verschlossen. 1991 wurde die Fachhochschule Potsdam gegründet. Die Hochschule war seit ihrer Entstehung auf mehrere Standorte in Potsdam verteilt, nutzte aber von Beginn an Gebäude der früheren Kasernenanlagen. Seit Sommer 2017 sind alle Fachbereiche der Fachhochschule auf einem Campus an der Kiepenheuerallee vereint. 

Ausstellung im Casino – online

Das Casino, ein von Studierenden selbstverwaltetes Gebäude, ist ein beliebter Treffpunkt auf dem Campus der FHP. Regelmäßig finden dort Kulturveranstaltungen statt. Die Ausstellung im Caféraum des Casinos vermittelte die Nutzungsgeschichte des Hauses. Im Fokus stand dabei die drastische Wandlung des Gebäudes – vom Pferdestall zum heute studentisch verwalteten Kulturzentrum. Bedingt durch die Corona-Pandemie wurde die Ausstellung als digitale Präsentation auf der Webseite www.kosmoscampus.de erlebbar gemacht. 

Audiowalk 

Der Campus der Fachhochschule ist geprägt durch seine Vergangenheit als Kasernenstandort. Innerhalb des Audiowalks wird die militärische Geschichte aufgearbeitet und anhand der Beschreibung des Alltags der Stationierten erlebbar gemacht. 

Weitere Informationen

Web kosmoscampus.de
Instagram kosmoscampus

Altranft zwischen Krieg und Frieden

Installation im Oderbruch Museum Altranft

Das Oderbruch Museum Altranft präsentierte zum Themenjahr 2020 gleich zwei Projekte: “Putin in Altranft”, eine Ausstellung im Schlosspark Altranft mit Zeichnungen von Johanna Benz auf der Grundlage von Erinnerungen aus Altranft, sowie “Ein Tuch der Heimaten”, eine Rauminstallation von Antje Scholz und Julius Breitenfeld in der Patronatskirche Altranft.

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Putin in Altranft

Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen haben sich in die Landschaft des Oderbruchs und auch in das Dorf Altranft eingeschrieben: Flucht, Vertreibung, Heimatsuche, Wiederaufbau unter kommunistischen Vorzeichen, die Kollektivierung der Landwirtschaft oder die Anwesenheit der Sowjetarmee. Unter dem Stichwort “Putin in Altranft” führte die Leipziger Künstlerin Johanna Benz Gespräche mit den Bürger*innen und zeichnete ein Wandbild, das den Einfluss der Sowjetischen Streitkräfte im Dorf bis zu ihrem Abzug 1994 thematisiert. So behauptete ein Altranfter, dass in den 1970er Jahren sogar einmal Wladimir Putin über den Dorfanger gelaufen sei. Ein anderer berichtete, wie er mit Traktoren und Mähdreschern einen Ackerschlag gegen russische Armeefahrzeuge verteidigen musste. Geschichten wie diese gibt es noch viele in Altranft. Das Wandbild präsentiert diese Geschichten und andere Ereignisse als eine Bildgeschichte im Altranfter Schlosspark.

Ein Tuch der Heimaten

In der Altranfter Patronatskirche schwebte über den Köpfen der Besucher*innen ein großes Tuch, genäht aus einzelnen Taschentüchern. Verwoben mit Text und Ton bildete sich um dieses Tuch ein besonderer Raum. Die Installation “Ein Tuch der Heimaten” von Antje Scholz und Julius Breitenfeld fragte, was Heimat und der Verlust dieser Heimat bedeuten. Gut 200 Jahre nachdem Menschen auf Werben des Preußenkönigs Friedrich II. mit Sack und Pack ins Oderbruch gezogen waren, um hier heimisch zu werden, endete 1945 der Zweite Weltkrieg. Viele Menschen flüchteten vor der Roten Armee oder wurden aus ihrer heimatlichen Landschaft vertrieben. Gleichzeitig gelangten viele ins Oderbruch, nicht wenige von ihnen wurden hier wieder heimisch. Aber darüber, was dieses Wieder-Heimisch-Werden ihnen abverlangt hatte, liegt ein Tuch des Schweigens. 2011 brach in Syrien der Bürgerkrieg aus und zwang Millionen Menschen zur Flucht. Schutzsuchende kamen es auch dieses Mal ins Oderbruch. Erneut standen Menschen vor der Frage, ob sie hier heimisch werden können.

Altranft zwischen Krieg und Frieden

Laufzeit 2. August — 20. September 2020
Eintritt im Rahmen des Museumsbesuchs 8 Euro, erm. 5 Euro
Öffnungszeiten Do — So 11 — 17 Uhr
Jeden ersten Samstag im Monat ist der Eintritt frei.
Ort Oderbruch Museum Altranft
Am Anger 27, 16529 Bad Freienwalde OT Altranft

Telefon 03344 333 911
E-Mail info@oderbruchmuseum.de
Web www.oderbruchmuseum.de