Altranft zwischen Krieg und Frieden

Installation im Oderbruch Museum Altranft

Das Oderbruch Museum Altranft präsentiert zum diesjährigen Themenjahr gleich zwei Projekte: das Wandgemälde “Putin in Altranft” und die Installation “Ein Tuch der Heimaten”.

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Putin in Altranft

Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen haben sich in die Landschaft des Oderbruchs und auch in das Dorf Altranft eingeschrieben: Flucht, Vertreibung, Heimatsuche, Wiederaufbau unter kommunistischen Vorzeichen, die Kollektivierung der Landwirtschaft oder die Anwesenheit der Sowjetarmee. Unter dem Stichwort »Putin in Altranft« führte die Leipziger Künstlerin Johanna Benz Gespräche mit den Bürger*innen und zeichnete ein Wandbild, das den Einfluss der Sowjetischen Streitkräfte im Dorf bis zu ihrem Abzug 1994 thematisiert. So behauptete ein Altranfter, dass in den 1970er Jahren sogar einmal Wladimir Putin über den Dorfanger gelaufen sei. Ein anderer berichtet, wie er mit Traktoren und Mähdreschern einen Ackerschlag gegen russische Armeefahrzeuge verteidigen musste. Geschichten wie diese gibt es noch viele in Altranft. Das Wandbild präsentiert diese Geschichten und andere Ereignisse als eine Bildgeschichte Altranfts nach 1945.

Ein Tuch der Heimaten

In der Altranfter Patronatskirche schwebt ein großes Tuch, genäht aus einzelnen Taschentüchern. Verwoben mit Text und Ton bildet sich um dieses Tuch ein besonderer Raum. Die Installation »Ein Tuch der Heimaten« von Antje Scholz und Julius Breitenfeld fragt, was Heimat und der Verlust dieser Heimat bedeuten. Gut 200 Jahre nachdem Menschen auf Werben des Preußenkönigs Friedrich II. mit Sack und Pack ins Oderbruch gezogen waren, um hier heimisch zu werden, endete 1945 der Zweite Weltkrieg. Viele Menschen flüchteten vor der Roten Armee oder wurden aus ihrer heimatlichen Landschaft vertrieben. Gleichzeitig gelangten viele ins Oderbruch, nicht wenige von ihnen wurden hier wieder heimisch. Aber darüber, was dieses Wieder-Heimisch-Werden ihnen abverlangt hat, liegt ein Tuch des Schweigens. 2011 brach in Syrien der Bürgerkrieg aus und zwang bis heute Millionen Menschen zur Flucht. Schutzsuchende treibt es auch dieses Mal ins Oderbruch. Erneut stehen Menschen vor der Frage, ob sie hier heimisch werden können.

Altranft zwischen Krieg und Frieden

Eröffnung 1. August 2020, 11 Uhr
Laufzeit 2. August — 20. September 2020
Eintritt im Rahmen des Museumsbesuchs 8 Euro, erm. 5 Euro
Öffnungszeiten Do — So 11 — 17 Uhr
Jeden ersten Samstag im Monat ist der Eintritt frei.
Ort Oderbruch Museum Altranft
Am Anger 27, 16529 Bad Freienwalde OT Altranft

Hinweise für Besucher*innen

Aufgrund der jeweils aktuell geltenden Gesetzeslage kann es zu besonderen Anforderungen oder auch Einschränkungen für Besucher*innen, wie z.B. der Begrenzung der Anzahl der Teilnehmer*innen oder das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes, kommen. Es wird empfohlen, sich vor dem Besuch auf der Internetseite des Veranstalters über eventuelle Zutrittsbegrenzungen oder andere Besonderheiten zu informieren.

Telefon 03344 333 911
E-Mail info@oderbruchmuseum.de
Web www.oderbruchmuseum.de

Kulturland Brandenburg 2020 in den historischen Stadtkernen

Stadtraumausstellung der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen

Von Altlandsberg über Bad Belzig bis nach Wusterhausen/Dosse – auch in diesem Themenjahr beteiligt sich die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg wieder am Themenjahr.

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Zum Jahresthema 2020 »Zerstört – Erhalten – Gerettet: Lebenswerte Altstädte« – 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – präsentieren sechs Städte mit historischen Stadtkernen ihre Geschichte der Stadtentwicklung nach 1945. Im Rahmen von Kulturland Brandenburg »Krieg und Frieden – 1945 und die Folgen in Brandenburg« thematisieren die Ausstellungen im öffentlichen Stadtraum und individuelle Hörführungen Brüche und Umbrüche, Bedeutungswandel und Denkmalerhaltung bis hin zur Bürgerbewegung und den lebenswerten Altstädten im Zeitraum von 1945 bis heute. Zu erleben sind sie in den historischen Stadtkernen von Altlandsberg, Bad Belzig, Brandenburg an der Havel, Beeskow, Doberlug-Kirchhain und Wusterhausen/Dosse.

Die Waldlager der Roten Armee

Ausstellung im Kornspeicher Neumühle endet am 29. Juli

Der erfolgreiche Ausstellung “Zwischen Krieg und Frieden. Die Waldlager der Roten Armee” kann noch bis zum 29. Juli im Kornspeicher Neumühle besichtigt werden.

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Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende entdeckten Archäologen in Brandenburgs Wäldern bislang unbekannte Hinterlassenschaften aus der Zeit unmittelbar nach dem Kampf um Berlin. Vielerorts finden sich noch heute rechteckige Gruben, militärisch exakt entlang der Waldwege aufgereiht. Diese Eingrabungen waren Reste von Blockhäusern. In und bei diesen Unterständen lagen materielle Reste des Alltags der Soldaten der Roten Armee: militärische Ausrüstung, sowjetische und deutsche Abzeichen, Essgeschirre und anderes Zubehör. Die Gegenstände tragen teilweise kyrillische Inschriften, es gibt auch Propaganda-Parolen und Kennmarken von Rotarmisten aus der Gefangenschaft. Die Funde sind eindringliche Zeugnisse der Verhältnisse im besetzten Brandenburg. Seit dem 20. Mai 2020 hat die Ausstellung zahlreiche interessierte Besucherinnen und Besucher angezogen und endet nun am 29. Juli mit einer sehr positiven Gästebilanz trotz aller Herausforderungen aufgrund der Corona-Pandemie.

“Zwischen Krieg und Frieden. Die Waldlager der Roten Armee in Brandenburg 1945”

Noch bis zum 29. Juli 2020
Eintritt frei
Öffnungszeiten täglich 10-18 Uhr
Ort Kornspeicher Neumühle, Neumühle 3, 16827 Neuruppin OT Alt Ruppin
Web www.kornspeicherneumuehle.de

Neues Kinderbuchmuseum im Havelland eröffnet

Ausstellung in Kleßen

Am 5. Juli hat im havelländischen Kleßen mit großem medialen und öffentlichen Interesse das Kinderbuchmuseum Kleßen geöffnet. In diesem Rahmen wurde ebenfalls die Sonderausstellung „Wie im Bilderbuch?“ präsentiert, die zum einen die Kinderbuch-Literatur der unmittelbaren Nachkriegszeit beleuchtet und zum anderen mit dem Themenjahr Kulturland Brandenburg 2020 den Impuls zur Umsetzung des lange gehegten Plans für ein Kinderbuchmuseum durch die Familie Thiedig gegeben hat. Somit gibt es im Havelland neben dem Spielzeugmuseum und dem Garten einen weiteren Anziehungspunkt, der einen Besuch in Kleßen lohnt.

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Nach 1945 stand Konventionelles nicht nur bei der Kinder- und Jugendliteratur hoch im Kurs. Kindern sollte eine »heile Welt« gezeigt werden. Formale und inhaltliche Sonderfälle, wie sie in West-Berlin der Verleger Arthur Felguth oder der Ost-Berliner Kinderbuchverlag boten, waren rar gesät. Erst gegen Ende der 1950er Jahre fanden lange verdrängte Inhalte wie das Alltagsleben und die gesellschaftspolitische Situation verstärkt Eingang in die Kinderliteratur. Otfried Preußler und James Krüss gelang schließlich mit phantastischen Erzählungen der Durchbruch zur Kritik an der Gegenwart. Sie setzten auf die Kraft der Phantasie. 

Die Ausstellung ist mit Hilfe vieler Zeitzeug*innen entstanden. Sie geben den Besucher*innen einen Einblick in den Kinderalltag der heutigen Eltern- und Großelterngeneration. 

Wie im Bilderbuch? Die Nachkriegszeit im Kinderbuch 

Eröffnung 5. Juli 2020, 14 Uhr 
Laufzeit 8. Juli bis 31. Dezember 2020 
Eintritt 5 Euro, erm. 2 Euro 
Öffnungszeiten Mi–So 11–17 Uhr 
Ort Kinderbuchmuseum im Havelland, Schulweg 2, 14728 Kleßen-Görne

Aufgrund der jeweils aktuell geltenden Gesetzeslage kann es zu besonderen Anforderungen oder auch Einschränkungen für Besucher*innen wie z.B. der Begrenzung der Anzahl der Teilnehmer*innen oder das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes kommen. Es wird empfohlen, sich vor dem Besuch auf der Internetseite des Veranstalters über eventuelle Zutrittsbegrenzungen oder andere Besonderheiten zu informieren. 

Telefon 033235-1536
Mail kontakt@kinderbuchmuseum-havelland.de
Web www.kinderbuchmuseum-havelland.de 

Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 5. Juli, um 14 Uhr, sprechen: 

Begrüßung 
Hans-Jürgen Thiedig, Gründer des Kinderbuch- und Spielzeugmuseums im Havelland und Sammler 

Grußwort 
Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Literatur des Landes Brandenburg
Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg 

Im Anschluss führt die Kuratorin Birgit Jochens die Gäste durch die Ausstellung. 

Acht Wochen eines Jahres

Sonderausstellung im Museum Schloss Doberlug

Das Bild zeigt das barocke Schloss Doberlug. Vor dem Tor steht ein Wachsoldat.

Das Museum Schloss Doberlug widmet sich in einer Sonderausstellung der Zeitgeschichte des barocken Schlossensembles. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren hier Soldaten der Roten Armee und später der NVA untergebracht.

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Mit dem Einmarsch der Roten Armee im April 1945 begann für Schloss Doberlug eine neue Zeit: Es diente zunächst als Garnison für sowjetische Truppen, ab 1950 dann als Kaserne für Einheiten der Kasernierten Volkspolizei und der Nationalen Volksarmee (NVA). Die militärische Nutzung ging nicht spurlos vorüber an dem Architekturdenkmal, das einige Jahrzehnte lang Sperrgebiet war. Die Sonderausstellung »Acht Wochen eines Jahres. Die NVA im Schloss Doberlug« thematisiert diesen Umbruch in der Schlossgeschichte. Sie stellt die verschiedenen Akteure der Kasernennutzung vor, beschäftigt sich mit dem militärischen Alltag sowie der Verbindung von Kaserne und Zivilbevölkerung. Die Ausstellung erinnert in zwei Rauminszenierungen an die Lebenswelt der NVA- Soldaten im Schloss. Der Titel »Acht Wochen eines Jahres« steht dabei für den Zeitraum, den die Reservisten des Militärtransportwesens der NVA im Schloss Doberlug verbrachten und ist einem DDR‐Kurzfilm über den Reservistendienst entnommen. 

Acht Wochen eines Jahres. Die NVA im Schloss Doberlug

Eintritt 6 Euro, erm. 3 Euro
Öffnungszeiten Di–So 10–18 Uhr
Ort Museum Schloss Doberlug Schlossplatz 1, 03253 Doberlug-Kirchhain 

Aufgrund der jeweils aktuell geltenden Gesetzeslage kann es zu besonderen Anforderungen oder auch Einschränkungen für Besucher*innen, wie z.B. der Begrenzung der Anzahl der Teilnehmer*innen oder das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes, kommen. Es wird empfohlen, sich vor dem Besuch auf der Internetseite des Veranstalters über evtl. Zutrittsbegrenzungen oder andere Besonderheiten zu informieren. 

Telefon 035322 688 85 20
Mail museum-schlossdoberlug@lkee.de
Web www.museumsverbund-lkee.de 

Bildquelle/-nachweis: Eingang zur Kaserne, 1971 © Stadt Doberlug-Kirchhain