Дружба!

Eine neue Ausstellung in Eisenhüttenstadt blickt auf die Kulturkampagne zum Bau der “Drushba”-Trasse in der DDR

schwarz-weiß Bild, Feld mit Spuren von LKW-Reifen, im Hintergrund transportiert ein LKW große Rohrleitungen

Das Museum Utopie und Alltag blickt mit einer neuen Ausstellung auf das Jahrhundertprojekt “Drushba”-Trasse und die Kulturkampagne, die den Bau der Erdgasleitungen begleitete. Ab dem 6. Juni 2021 werden im neu eröffneten Projektraum Selbstbedienungshalle Eisenhüttenstadt Kunstwerke aus dem Bestand des Beeskower Kunstarchivs sowie Leihgaben aus Schwedt und Halle gezeigt.

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Bereits seit Jahrzehnten wird um die Vorherrschaft auf dem europäischen Energiemarkt gerungen. Der Bau der “Drushba”-Trasse (russ. Дружба; dt. Freundschaft) in den 1970er Jahren und die Beteiligung an weiteren Ausbaustufen der Erdgasleitung im Osten bis in die 1990er Jahre waren das Vorzeigeprojekt der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Ausland. Tausende Arbeiter:innen waren über Jahre entlang der Trasse im Einsatz, dafür bekam die DDR Erdgas aus der Sowjetunion.

Das “Jahrhunderprojekt” wurde von einer großangelegten Kulturkampagne begleitet. Die DDR brachte Künstler:innen und Kulturschaffende an die Trasse, um die sogenannten “Trasniks” zu unterhalten. Es wurden Konzerte veranstaltet, Kinofilme vorgeführt, vor Ort entstanden künstlerische Arbeiten, die in Wanderausstellungen entlang der Trasse sowie in der DDR präsentiert wurden. Arbeit und Leben der “Trasniks” wurden in zahlreichen Publikationen und Reportagen im Fernsehen und illustrierten Magazinen inszeniert.

Die Ausstellung widmet sich der Verknüpfung von Kultur- und Wirtschaftspolitik, untersucht, welches Image für die Öffentlichkeit konstruiert wurde und welche Rolle die Kunst dabei spielte. Das Beeskower Kunstarchiv verfügt über eine größere Anzahl von Gemälden, Grafiken, Fotografien und Zeichnungen, die im Kontext der Trasse entstanden und in einer Auswahl in der Ausstellung zu sehen sind. Hinzu kommen Leihgaben aus Halle und Schwedt.

Die Ausstellung zeigt Werke von Ulrich Burchert, Karl Groß, Annegret Hartmann, Mechthild Hempel, Rainer Herold, Armin Herrmann, Martin Hoffmann, Jürgen Hohmuth, Thomas Kläber, Wolfgang Liebert, Günter Neubauer, Arnold Pemmann, Rolf Pöttrich, Ingrid Rulff, Emil Schittenhelm, Ursula Strozynski, Eva-Maria Viebeg und Norbert Wagenbrett.

Дружба! Die Kulturkampagne zum Aufbau der Erdgasleitungen

Laufzeit 6. Juni – 3. Oktober 2021
Öffnungszeiten Di – So 11-17 Uhr

Bitte beachten Sie die aktuell geltenden und Pandemiebedingten Zugangsbestimmungen. Derzeit ist der Eintritt nur nach vorheriger Anmeldung und Terminvereinbarung unter der Telefonnummer 03364 417 355 möglich.

Ort Projektraum Selbstbedienungskaufhalle
Saarlouiser Straße 60a, 15890 Eisenhüttenstadt

Telefon 03364 417 355
Mail museum@alltagundutopie.de
Web www.utopieundalltag.de
Instagram museum.utopie.und.alltag

Bildquelle

Armin Herrmann: o.T. (Erlebnis Trasse), 1983-84, Fotoabzug auf Baryt-Papier © Armin Herrmann