Friede, Freude … Eierkuchen?

Ausstellung im Cartoonmuseum Brandenburg

Das Bild zeigt eine Karikatur. Darauf läuft der ehemalige Vorsitzende des Präsidiums des Obersten Sowjet, Leonid Iljitsch Breschnew, in Verkleidung des Friedensengels nach Bonn. Bei genauerem Hinsehen bestehen seine Flügel aus Bomben und sein Palmenzweig aus Messern.

Jeder kennt die Redewendung „Friede, Freude, Eierkuchen“. Sie beschreibt, dass hinter der vermeintlich intakten, scheinbar friedlich-sorglosen Fassade Probleme verdrängt werden, anstatt sie wirklich zu lösen. Das Cartoonmuseum Brandenburg warf unter dem Titel „Friede, Freude … Eierkuchen?“ einen Blick hinter die Fassade einer vermeintlich friedlichen Zeit.

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Wohl kaum ein Kunstgenre ist besser geeignet, Geschichte mit unkonventionellen und humoristischen Mitteln begreifbar zu machen, Missstände aufzuzeigen und Fehlverhalten anzuprangern, als die Karikatur. Karikaturist*innen können in ihren Zeichnungen Zusammenhänge verdeutlichen und Denkanstöße geben. So entstehen zugleich Chroniken des Zeitgeschehens und des Zeitgeistes. Mit Blick auf die Jubiläen und Erinnerungstage im Jahr 2020 aber auch auf die politischen Entwicklungen der Zeit zeigte das Cartoonmuseum Brandenburg vor allem Bilder und Grafiken, die die Teilung Europas, den Kalten Krieg, die Wiedervereinigung aber auch die zeitgenössische Weltlage thematisierten.

Der Verein Cartoonlobby e.V. präsentierte mehr als 160 Arbeiten und Dokumente von 50 Karikaturist*innen. Gleichzeitig musste sich der Verein vom Museumsstandort in Luckau verabschieden, bevor er sich zu einem neuen Museumsstandort aufmachte. In den vergangenen Jahren waren in Luckau eine Vielzahl von Ausstellungen gezeigt worden.

»Friede, Freude … Eierkuchen?«

Laufzeit 4. August — 1. November 2020
Eintritt 2 Euro, erm. 1 Euro
Öffnungszeiten Di, Do, Sa + So 13 – 17 Uhr
Ort Cartoonmuseum Brandenburg
Nonnengasse 3, 15926 Luckau

Telefon 03375 529 30 44
E-Mail info@cartoonlobby.de
Web www.cartoonmuseum-brandenburg.de

Bildquelle Karl-Heinz Schoenfeld, Der Friedensengel kommt, 1977 © Cartoonlobby e.V.

Spektrale 9: Kunst in Luckau

Ausstellung im öffentlichen Raum

Das Bild zeigt den Künstler Micha Brendel bei der Vorbereitung eines Kunstwerks. Er sprüht Buchstaben auf eine Plane.

Zum 9. Mal in Folge zeigte die Kunstausstellung spektrale Werke von zeitgenössischen Bildenden Künstler*innen aus Berlin und Brandenburg. Anlässlich des Themenjahres 2020 befassten sich die Arbeiten der Künstler*innen mit dem Thema „Flüchtlinge und Geflüchtete“ in den vergangenen 75 Jahren. 

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Zum wiederholten Mal eroberten Künstler*innen aus Berlin und Brandenburg mit ihren Werken den Stadtraum von Luckau. Mit ihren Kunstwerken widmeten sie sich dem Thema „Flüchtlinge – ein zeitloses Feindbild?!“. Dabei ging es nicht nur um die Folgeerscheinungen der unmittelbaren Kriegs- und Nachkriegszeit. Auch wenn die Objekte und Installationen von Flucht und Vertreibungen vor und nach 1945 bestimmt waren, nahmen sie vielmehr die immer währenden Muster menschlichen Verhaltens ins Visier: Abgrenzung gegenüber dem fremd Erscheinenden und Stigmatisierung ganzer Menschengruppen, abwertende Stereotype, aber auch die gesellschaftliche Übereinkunft des Verschweigens. 

Wer den Weg von der Luckauer Kulturkirche zwischen Stadtgraben und Stadtmauer in Richtung Laga-Park nahm, war angesichts der Kunstobjekte und Installationen vermutlich verunsichert, vielleicht sogar verstört. Alle ausgestellten Werke demonstrierten die eigene Sicht der Künstler auf die Welt, was bei interessierten Betrachter*innen zu unerwarteter Resonanz führen konnte. Bei näherer Beschäftigung verwiesen die Werke auf eine gemeinsame und zutiefst menschliche Aussage, die sich als offensive Zeichensetzung in der Landschaft verstand. „Mobilisierung gegen immerwährende Gleichgültigkeit und das Hinterfragen eines schläfrigen Gewissens – das ist die Botschaft, die von der spektrale 9 ausging,“ so Herbert Schirmer, Kurator der Kunstausstellung.

Laufzeit 17. Mai bis 17. September 2020
Die Kunstwerke waren kostenfrei im öffentlichen Stadtraum ausgestellt.
Ort Kulturkirche und Innenstadt sowie das Gelände der ehemaligen Landesgartenschau in Luckau 

Die beteiligten Künstler und Künstlerinnen waren: Roland Boden (Berlin), Micha Brendel (Hohendorf), Catrin Große (Doberlug-Kirchhain), Rainer Görß & Ania Rudolph (Berlin und Brandenburg), Birgit Knappe (Michendorf), Astrid Köppe (Berlin), Jost Löber (Groß Pankow), Nele Probst (Berlin), Roland Schefferski (Berlin), Hans Scheib (Berlin und Flieht-Stegelitz), Marietta Thier (Lübben)

Bildquelle Micha Brendel bei der Vorbereitung seines Kunstwerkes in Luckau © Herbert Schirmer

Seelenheil und Bürgerstiftungen. Tradition und Wandel

Ausstellungseröffnung in Luckau

Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus einem Gemälde. Hände halte ein Buch

Am Sonntag, dem 21. Mai 2017, um 14.30 Uhr, wird im Niederlausitz Museum Luckau die Ausstellung „Seelenheil und Bürgerstiftungen. Tradition und Wandel“ eröffnet.

Die Ausstellung thematisiert den Wandel des christlich motivierten Stiftungswesens in der nachreformatorischen Zeit. Ging es vor Luther in der Hauptsache darum, für das eigene Seelenheil zu sorgen, entwickelte sich in der Folge reformatorischer Ideale ein ausgeprägtes bürgerliches und protestantisches Selbstbewußtsein.

In diesem Zusammenhang fand das Stiftungswesen als Dokumentation der eigenen gesellschaftlichen Stellung seinen Ausdruck. Die Ausstellung in Luckau verdeutlicht, dass Stiftungen, neben der Sorge für die Armen, einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl geleistet haben.

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Ablauf der Eröffnung

Begrüßung
Marina Gadomski, Leiterin des Niederlausitz Museum Luckau
Grußworte
Gerald Lehmann, Bürgermeister der Stadt Luckau
Dr. Ulrike Gutheil, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Stefan Görnert, Leiter des Amtes für Bildung, Sport und Kultur im Landkreis Dahme-Spreewald
Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg
Thomas Köhler, Superintendent des Kirchenkreises Niederlausitz
Musikalische Begleitung durch Focko Hinken, Kantor der Nikolaikirche Luckau

Anschließender Rundgang durch die Ausstellung mit Dr. Silke Kamp, Kuratorin der Ausstellung

Eröffnung So, 21. Mai 2017, 14.30 Uhr
Laufzeit 23. Mai bis 5. November 2017
Ort Niederlausitz Museum Luckau Nonnengasse 1, 15926 Luckau
Öffnungszeiten Di – Fr 10.00 – 17.00 Uhr, Sa und So 13.00 – 17.00 Uhr
Eintritt 2,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro

Web www.niederlausitzmuseum-luckau.de