Kunst der Erinnerung

Das Kunstarchiv Beeskow bewahrt 17.000 Werke der bildenden Künste aus 40 Jahren DDR-Geschichte auf. Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus haben die Mitarbeiter*innen einen Blick tief in ihr Archiv geworfen. Sie haben sich gefragt, wie die Themen Zweiter Weltkrieg, Befreiung vom Nationalsozialismus und Freundschaft zur Sowjetunion in der bildenden Kunst verarbeitet wurden. Entstanden ist eine Ausstellung, die noch bis zum 20. September 2020 im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt zu sehen ist.

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Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus zeigt das Kunstarchiv Beeskow seit dem 12. Mai eine Auswahl von Gemälden und Grafiken im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt. Die Kunstwerke befassen sich mit den Themen »Krieg, Befreiung, Freundschaft«. Diese drei Themen besaßen zentrale Bedeutung für das künstlerische Schaffen in der DDR. Massenorganisationen als wichtige Auftraggeber, etwa die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft oder der Verband Bildender Künstler (VBK), setzten sie immer wieder auf die Agenda. 

Der damit einhergehenden inhaltlichen Kanonisierung und Festlegung auf ein motivisches Repertoire folgte spätestens Ende der 1970er-Jahre ein Aufbruch zu neuen Formen und Sujets. Bis dahin in der Kunst tabuisierte Themen wie der Völkermord an den europäischen Juden wurden nun tastend aufgegriffen, und formelhafte Bekenntnisse wie jenes der »Freundschaft zur Sowjetunion« wurden vorsichtig hinterfragt. Im Zentrum der Ausstellung stehen Arbeiten, die sich jenseits enger ideologischer Leitbilder einer kritischen Perspektive auf die deutsche Geschichte verpflichtet fühlten und deshalb noch heute zur Reflexion anregen.

Kunst der Erinnerung. Krieg, Befreiung, Freundschaft in Bildern aus dem Kunstarchiv Beeskow

Laufzeit 12. Mai bis 20. September 2020 
Eintritt bis zum 24. Juni 2020: frei, danach 4 €, erm. 2 € 
Öffnungszeiten Di–So 10–18 Uhr 
Ort Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR Erich-Weinert-Allee 3, 15890 Eisenhüttenstadt

Bitte beachten Sie während des Museumsbesuchs:
Aufgrund der jeweils aktuell geltenden Gesetzeslage kann es zu besonderen Anforderungen oder auch Einschränkungen für Besucher*innen, wie z.B. der Begrenzung der Anzahl der Besucher*innen oder das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes, kommen. Es wird empfohlen, sich vor dem Besuch auf der Internetseite des Veranstalters über eventuelle Zutrittsbegrenzungen oder andere Besonderheiten zu informieren.

Telefon 03364 417 355 
E-Mail info@alltagskultur-ddr.de 
Web www.alltagskultur-ddr.de 

Spektrale 9: Kunstausstellung öffnet in Luckau

Das Bild zeigt den Künstler Micha Brendel bei der Vorbereitung eines Kunstwerks. Er sprüht Buchstaben auf eine Plane.

Zum 9. Mal zeigt die Spektrale Werke von 12 Berliner und Brandenburger Künstler*innen. Anlässlich des Themenjahres 2020 befassen sie sich mit dem Thema »Flüchtlinge und Geflüchtete« in den vergangenen 75 Jahren.

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Zum wiederholten Mal erobern Künstler*innen aus Berlin und Brandenburg mit ihren Werken den Stadtraum von Luckau. Mit ihren Kunstwerken widmen sie sich dem Thema „Flüchtlinge – ein zeitloses Feindbild?!“. Dabei geht es nicht nur um die Folgeerscheinungen der unmittelbaren Kriegs- und Nachkriegszeit. Auch wenn die Objekte und Installationen von Flucht und Vertreibungen vor und nach 1945 bestimmt sind, nehmen sie vielmehr die immerwährenden Muster menschlichen Verhaltens ins Visier: Abgrenzung gegenüber dem fremd Erscheinenden und Stigmatisierung ganzer Menschengruppen, abwertende Stereotype, aber auch die gesellschaftliche Übereinkunft des Verschweigens. 

Wer den Weg von der Luckauer Kulturkirche zwischen Stadtgraben und Stadtmauer in Richtung Laga-Park nimmt, wird angesichts der Kunstobjekte und Installationen vermutlich verunsichert, vielleicht sogar verstört sein. Alle ausgestellten Werke demonstrieren die eigene Sicht der Künstler auf die Welt, was bei interessierten Betrachter*innen zu unerwarteter Resonanz führen kann. Bei näherer Beschäftigung verweisen die Werke auf eine gemeinsame und zutiefst menschliche Aussage, die sich als offensive Zeichensetzung in der Landschaft versteht. Mobilisierung gegen immerwährende Gleichgültigkeit und das Hinterfragen eines schläfrigen Gewissens – das ist die Botschaft, die von der spektrale 9 ausgeht.“ Herbert Schirmer, Kurator der Kunstausstellung 

Eröffnung 17. Mai 2020, 11 Uhr
Treffpunkt zwischen Kulturkirche und Archiv des Landkreises Dahme-Spreewald, 15926 Luckau
Laufzeit 17. Mai bis 17. September 2020
Die Kunstwerke können kostenfrei im öffentlichen Stadtraum besichtigt werden. Weitere Informationen erhalten die Besucher in der Kulturkirche Luckau.
Ort Kulturkirche und Innenstadt sowie das Gelände der ehemaligen Landesgartenschau in Luckau 

Die beteiligten Künstler und Künstlerinnen sind: Roland Boden (Berlin), Micha Brendel (Hohendorf), Catrin Große (Doberlug-Kirchhain), Rainer Görß & Ania Rudolph (Berlin und Brandenburg), Birgit Knappe (Michendorf), Astrid Köppe (Berlin), Jost Löber (Groß Pankow), Nele Probst (Berlin), Roland Schefferski (Berlin), Hans Scheib (Berlin und Flieht-Stegelitz), Marietta Thier (Lübben)

Bildquelle/-nachweis: Micha Brendel bei der Vorbereitung seines Kunstwerkes in Luckau © Herbert Schirmer

… aller Welt Enden … Fontane 2019

Eine Ausstellung in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Märkisch-Oderland
24. Januar – 12. Dezember 2019, Strausberg

Eröffnung der Ausstellung in der Sparkasse Strausberg mit den Künstlern, der Kuratorin Anke Zeisler (sitzend links) und Förderern, Foto: © Kulturland Brandenburg 2019

Es ist ein ungehütetes Geheimnis, dass die brandenburgischen Sparkassen ein wichtiger Partner bei der Förderung kultureller Projekte im ganzen Land sind. Auch im Fontanejahr tragen viele Veranstaltungen, Ausstellung und Kunstprojekte das Siegel: mir freundlicher Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen. Es ist aber eine Besonderheit, wenn die Sparkasse selbst zum Ausstellungshaus wird. Wie in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Märkisch-Oderland in Strausberg, wo seit nunmehr 5 Jahren in Kooperation mit dem Verein kunst projekte e.V. hochrangige Kunst-Ausstellungen gezeigt werden.

In diesem Jahr steht die Ausstellung in Strausberg im Zeichen Theodor Fontanes und reiht sich damit ein in das Gesamtprogramm zu fontane.200 ein. “… aller Welt Enden …” – “Das ist nicht apokalyptisch, wie man anmerken könnte. Diese Enden sind Horizonte, die sich verschieben, immer wieder. Gemessen an aller Welt, findet sich hier eine sehr kleine Zusammenschau. Fontane 2019 anzunehmen, das bedeutet einen Zeitsprung vom 19. ins 21. Jahrhundert zu tun. Es ist ein Versuch in Gedanken und Bildern.” (Anke Zeisler)

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Als die 24 Maler*innen, Zeichner*innen und Fotografen*innen sich auf das Thema eingelassen haben, “waren sie allerdings zwischenzeitlich nicht selten während ihrer Recherchen ratlos wegen der Fontaneschen Überfülle. Schließlich läuft es darauf hinaus, dass sie das einzig Richtige tun, was bedeutet, bei sich und dem eigenen Werk zu bleiben. Und da hat es keine Not. Sie fanden im Chaos der Möglichkeiten durch bildnerische Arbeit zu einer Ordnung und Konzentration, zu Momenten einfühlender und anverwandelnder Poetik. Auf die Wanderungen – wir wissen, dass sie auch in die Historie und Geschichten der Orte und Menschen gehen und es mitnichten bei Beschreibungen von Auen und Wäldern, Wohnorten, Parks, Schlössern etc. bleibt – haben einige von ihnen dennoch und offenbar mit viel Freude mit ihren Landschaften geantwortet.” (Anke Zeisler)

An der Ausstellung beteiligen sich Birgit Bellmann, Günter Blendinger, Susanne Britz, Carsten Gille, Dieter Goltzsche, Jörn Grothkopp, Sylvia Hagen, Barbara Henniger, Volker Henze, Jürgen K. Hultenreich, Horst Hussel, Kathrin Karras, Hagen Klennert, Harald-Alexander Klimek, Anett Münnich, Sophie Natuschke, Regina Nieke, Wolfgang Schedler, Anna Franziska Schwarzbach, Leo Seidel, Reinhard Stangl, Songwen Sun-von Berg, Ruth Tesmar, Heidi Vogel.

Die Ausstellung “… aller Welt Enden … Fontane 2019” ist noch bis zum 12. Dezember in Strausberg zu sehen.

Wo Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Märkisch-Oderland
Große Straße 2 – 3, 15344 Strausberg

Öffnungszeiten Mo + Fr 8.30 – 15.30 Uhr, Di + Do 8.30 – 18 Uhr, Mi 8.30 – 13 Uhr
Eintritt frei