Kulturland Brandenburg 2020 in den historischen Stadtkernen

Stadtraumausstellung der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen

Von Altlandsberg über Bad Belzig bis nach Wusterhausen/Dosse – auch in diesem Themenjahr beteiligt sich die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg wieder am Themenjahr.

Mehr erfahren »

Zum Jahresthema 2020 »Zerstört – Erhalten – Gerettet: Lebenswerte Altstädte« – 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – präsentieren sechs Städte mit historischen Stadtkernen ihre Geschichte der Stadtentwicklung nach 1945. Im Rahmen von Kulturland Brandenburg »Krieg und Frieden – 1945 und die Folgen in Brandenburg« thematisieren die Ausstellungen im öffentlichen Stadtraum und individuelle Hörführungen Brüche und Umbrüche, Bedeutungswandel und Denkmalerhaltung bis hin zur Bürgerbewegung und den lebenswerten Altstädten im Zeitraum von 1945 bis heute. Zu erleben sind sie in den historischen Stadtkernen von Altlandsberg, Bad Belzig, Brandenburg an der Havel, Beeskow, Doberlug-Kirchhain und Wusterhausen/Dosse.

Die Waldlager der Roten Armee

Ausstellung im Kornspeicher Neumühle endet am 29. Juli

Der erfolgreiche Ausstellung “Zwischen Krieg und Frieden. Die Waldlager der Roten Armee” kann noch bis zum 29. Juli im Kornspeicher Neumühle besichtigt werden.

Mehr erfahren »

Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende entdeckten Archäologen in Brandenburgs Wäldern bislang unbekannte Hinterlassenschaften aus der Zeit unmittelbar nach dem Kampf um Berlin. Vielerorts finden sich noch heute rechteckige Gruben, militärisch exakt entlang der Waldwege aufgereiht. Diese Eingrabungen waren Reste von Blockhäusern. In und bei diesen Unterständen lagen materielle Reste des Alltags der Soldaten der Roten Armee: militärische Ausrüstung, sowjetische und deutsche Abzeichen, Essgeschirre und anderes Zubehör. Die Gegenstände tragen teilweise kyrillische Inschriften, es gibt auch Propaganda-Parolen und Kennmarken von Rotarmisten aus der Gefangenschaft. Die Funde sind eindringliche Zeugnisse der Verhältnisse im besetzten Brandenburg. Seit dem 20. Mai 2020 hat die Ausstellung zahlreiche interessierte Besucherinnen und Besucher angezogen und endet nun am 29. Juli mit einer sehr positiven Gästebilanz trotz aller Herausforderungen aufgrund der Corona-Pandemie.

“Zwischen Krieg und Frieden. Die Waldlager der Roten Armee in Brandenburg 1945”

Noch bis zum 29. Juli 2020
Eintritt frei
Öffnungszeiten täglich 10-18 Uhr
Ort Kornspeicher Neumühle, Neumühle 3, 16827 Neuruppin OT Alt Ruppin
Web www.kornspeicherneumuehle.de

Neues Kinderbuchmuseum im Havelland eröffnet

Ausstellung in Kleßen

Am 5. Juli hat im havelländischen Kleßen mit großem medialen und öffentlichen Interesse das Kinderbuchmuseum Kleßen geöffnet. In diesem Rahmen wurde ebenfalls die Sonderausstellung „Wie im Bilderbuch?“ präsentiert, die zum einen die Kinderbuch-Literatur der unmittelbaren Nachkriegszeit beleuchtet und zum anderen mit dem Themenjahr Kulturland Brandenburg 2020 den Impuls zur Umsetzung des lange gehegten Plans für ein Kinderbuchmuseum durch die Familie Thiedig gegeben hat. Somit gibt es im Havelland neben dem Spielzeugmuseum und dem Garten einen weiteren Anziehungspunkt, der einen Besuch in Kleßen lohnt.

Mehr erfahren »

Nach 1945 stand Konventionelles nicht nur bei der Kinder- und Jugendliteratur hoch im Kurs. Kindern sollte eine »heile Welt« gezeigt werden. Formale und inhaltliche Sonderfälle, wie sie in West-Berlin der Verleger Arthur Felguth oder der Ost-Berliner Kinderbuchverlag boten, waren rar gesät. Erst gegen Ende der 1950er Jahre fanden lange verdrängte Inhalte wie das Alltagsleben und die gesellschaftspolitische Situation verstärkt Eingang in die Kinderliteratur. Otfried Preußler und James Krüss gelang schließlich mit phantastischen Erzählungen der Durchbruch zur Kritik an der Gegenwart. Sie setzten auf die Kraft der Phantasie. 

Die Ausstellung ist mit Hilfe vieler Zeitzeug*innen entstanden. Sie geben den Besucher*innen einen Einblick in den Kinderalltag der heutigen Eltern- und Großelterngeneration. 

Wie im Bilderbuch? Die Nachkriegszeit im Kinderbuch 

Eröffnung 5. Juli 2020, 14 Uhr 
Laufzeit 8. Juli bis 31. Dezember 2020 
Eintritt 5 Euro, erm. 2 Euro 
Öffnungszeiten Mi–So 11–17 Uhr 
Ort Kinderbuchmuseum im Havelland, Schulweg 2, 14728 Kleßen-Görne

Aufgrund der jeweils aktuell geltenden Gesetzeslage kann es zu besonderen Anforderungen oder auch Einschränkungen für Besucher*innen wie z.B. der Begrenzung der Anzahl der Teilnehmer*innen oder das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes kommen. Es wird empfohlen, sich vor dem Besuch auf der Internetseite des Veranstalters über eventuelle Zutrittsbegrenzungen oder andere Besonderheiten zu informieren. 

Telefon 033235-1536
Mail kontakt@kinderbuchmuseum-havelland.de
Web www.kinderbuchmuseum-havelland.de 

Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 5. Juli, um 14 Uhr, sprechen: 

Begrüßung 
Hans-Jürgen Thiedig, Gründer des Kinderbuch- und Spielzeugmuseums im Havelland und Sammler 

Grußwort 
Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Literatur des Landes Brandenburg
Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg 

Im Anschluss führt die Kuratorin Birgit Jochens die Gäste durch die Ausstellung. 

Wir erinnern uns in Europa – Europa, wsłuchając sie w naszą historie

Wir erinnern uns in Europa: Das Bild zeigt den Kulturzug Berlin-Breslau vor der europäischen Flagge.

Am 9. Mai 2020 geht Kulturland Brandenburg auf virtuelle Fahrt mit dem Kulturzug / Pociąg do kultury Berlin-Wrocław

Mehr erfahren »

Seit vier Jahren fährt der Kulturzug von Berlin nach Wrocław und erfreut tausende Reisende mit einem vielfältigen deutsch-polnischen Kulturprogramm. Aufgrund der Corona-Pandemie und der Schließung der deutsch-polnischen Grenze kann der Kulturzug momentan nicht fahren. Die deutschen und polnischen Kulturschaffenden führen das Programm jetzt virtuell fort.
Am Europa-Tag 2020 widmet sich der Kulturzug dem Thema »KRIEG und FRIEDEN« und Kulturland Brandenburg fährt mit. Die zahlreichen Gäste aus Deutschland und Polen stellen sich gemeinsam die Frage, wie wir uns 75 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus und dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa erinnern.

Wir erinnern uns in Europa…
Eine virtuelle Fahrt mit dem Kulturzug von Berlin nach Wrocław

Start 9. Mai 2020, 14.35 Uhr
Plattform YouTube-Kanal des Kulturzuges Berlin-Wrocław
Link zur Live-Übertragung https://www.youtube.com/watch?v=0j6FPOKJWJw&feature=youtu.be

Programm

»Gespräche in Fahrt«:
mit Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, und Rafał Dutkiewicz, Stadtpräsident a. D. der Stadt Wrocław
Moderation: Natalie Wasserman

Lesung und Zeitzeugengespräch:
Anatol Gotfryd (geb.1930), Zeuge der deutschen Besatzung Polens und des Warschauer Aufstandes, seit 1958 Westberliner, liest aus seiner Autobiographie »Der Himmel über Westberlin«.
Anschließend spricht Dorota Danielewicz mit Anatol Gotfryd über seine Erinnerungen zwischen Wrocław und Berlin.

Digitale Führung durch die deutsch-polnische Geschichte Wrocławs:
Die Journalistin Joanna Mielewczyk erzählt Geschichten aus der Vorkriegszeit, die sie für ihr Buch “Breslauer Häuser“ recherchiert hat.

Musikprogramm:
Jakub Olejnik (Bass, Akademia Muzyczna Wroclaw), Waldemar Gromolak (Gitarre, Akademia Muzyczna Wrocław), Karolina Trybała (Leipzig, Gesang) und Dejan Jovanovic (Akkordeon, Berlin)

Weitere Gäste des Kulturzuges:
Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg
Christian Müller-Lorenz, Zeithistoriker und Mitarbeiter der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg

Programmkonzept/ Realisierung:
Natalie Wasserman, Ewa Stróżczyńska-Wille, Oliver Spatz

Kulturland entdecken: Andreas Claus spricht über die Orte des »Verlorenen Transports«

.

Andreas Claus, Bürgermeister a.D. der Stadt Uebigau-Wahrenbrück, berichtet, welche Bedeutung die Erinnerungsorte des »Verlorenen Transports« heute noch für das Elbe-Elster-Land haben.

Mehr erfahren »

Die Geschichte des »Verlorenen Transports«

Am 23. April 1945 stießen Soldaten der Roten Armee bei Tröbitz auf einen Häftlingstransport aus dem KZ Bergen-Belsen. 2.400 Menschen waren in 45 »Viehwaggons« eingepfercht. Zwölf Tage lang hatten sie unter den katastrophalen Bedingungen des Transports gelitten.
Auf Befehl der Roten Armee mussten die umliegenden Dörfer Unterkünfte und Verpflegung bereitstellen. Doch das Engagement der Tröbitzerinnen ging über das Befohlene weit hinaus. »Ich war überrascht, welche Kräfte diese Frauen besaßen und wie hart sie anpackten«, beschrieb die Überlebende Renata Laqueur. Die Geschichte von Tröbitz ist einzigartig. Die Begegnungen zwischen der deutschen Bevölkerung, den jüdischen Befreiten und den sowjetischen Soldaten stehen als ein erster Moment der »Hinwendung zur Menschlichkeit« am Ende der Shoa. Durch das Engagement der Überlebenden und Hinterbliebenen, aber auch vieler Bürgerinnen der Gemeinde wurde und wird die Erinnerung an den »Verlorenen Transport« bis heute wach gehalten.

Die Eröffnung des Themenjahres

Mit der Eröffnung des Themenjahres »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg« am 23. April 2020 wollte Kulturland Brandenburg gemeinsam mit an den Akteurinnen vor Ort an die Befreiung des »Verlorenen Transports« in Tröbitz erinnern. Gleichzeitig sollte das unermüdliche und anhaltende Engagement der jüdischen Überlebenden und der Tröbitzerinnen zur Wahrung der Erinnerung gewürdigt werden. Aufgrund der Corona-Pandemie musste Kulturland Brandenburg die öffentliche Auftaktveranstaltung zum Themenjahr leider absagen.

Mit Unterstützung vieler Expert*innen verlagern wir die Erinnerung auf unsere Website und auf unsere Social Media Kanäle.

Kulturland entdecken: Kulturministerin Manja Schüle zum Themenjahr »KRIEG und FRIEDEN«

In unserer Webserie »Kulturland entdecken« begrüßen wir Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.

Mehr erfahren »

Kulturministerin Manja Schüle spricht anlässlich des Themenjahres »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020« über die Bedeutung des Jahres 1945 und unsere Verantwortung zur Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus.