Leuchten aus der Provinz

1. Januar 2022 Ganztägig

Leuchtturm auf dem Hof des Museums Fürstenwalde

Durch die besondere Lage, direkt an der Verkehrsader Spree gelegen, hatte sich die Stadt Fürstenwalde schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Industriestandort etabliert. In weniger als einhundert Jahren vervielfältigte sich die Einwohnerzahl, die Zahl der Arbeitsplätze stieg aufgrund der Industrieansiedlungen.

Noch heute finden sich Spuren dieser Entwicklung in der Stadt Fürstenwalde. Die Kontinuität der Industrielandschaft zeichnet sich auch durch die enge Bindung Firmen ab. Die Firma Pintsch ist bereits seit fast 150 Jahre in Fürstenwalde verwurzelt. Andere Standorte gibt es seit fast 100 Jahren. Aber nicht nur die Gelände sind alt. Bei der Firma Pintsch zieht sich auch die Werksgeschichte in all ihren Veränderungen wie ein roter Faden durch die Betriebsgeschichte.

Auch das Museum Fürstenwalde fühlt sich der Industriegeschichte des Ortes verbunden. Als das „Neuen Museums“ 2007 eingeweiht wurde, wurde auf dem Museumshof ein Leuchtturm aufgestellt. 2021 widmet sich das Museum erneut der Industriegeschichte des Ortes. Im Rundgang der Dauerausstellung wird zukünftig das Kapitel „Leuchten aus der Provinz“ erlebbar sein. Das Kapitel erzählt die Geschichte der Fürstenwalder Seezeichen.

Zur Ausstellung entsteht einen Katalog mit heute noch sichtbaren Seezeichen aus Fürstenwalde.

Neben der Ausstellung lädt das Museum zu Führungen über das ehemalige Werksgelände und den Stadtteil „Nord“ ein, welcher gerade durch die Einflüsse der Industrie geprägt wurde.

Eröffnung Dezember 2021
Der genaue Termin der Eröffnung wird noch bekanntgegeben.
Öffnungszeiten April bis Oktober: Di – So 13–17 Uhr
November bis März: Di – So 13–16 Uhr
Eintritt 4 Euro, ermäßigt 2 Euro
Ort Museum Fürstenwalde
Domplatz 7, 15517 Fürstenwalde

Kulturfabrik Fürstenwalde gGmbH/ Museum Fürstenwalde
Telefon 03361 21 30
Mail museum@kulturfabrik-fuerstenwalde.de
Web www.museum-fuerstenwalde.de

Bildquelle Ein Leuchtturm auf dem Museumshof, Eberhard Jaeger und Hans Panten, zwei alte „Gaselaner“ engagieren sich für Fürstenwalde Seezeichen, Foto: © Museum Fürstenwalde

Fürstenwalde

Museum Fürstenwalde, Domplatz 7
Fürstenwalde, 15517 Deutschland
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03361 21 30
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Vulkanfiber in Werder (Havel)

Eröffnung einer Ausstellung und Start des Pionierprojektes

Schriftzug Vulkanfiber-Fabrik auf dem Dach eines Backsteingebäudes

Vor mehr als 100 Jahren startete die Vulkanfiberfabrik mit der Produktion eines auf Zellstoff basierenden Bioverbundstoffs, aus dem Reisekoffer, Papiereimer, Zahnräder und auch Bremsbeläge hergestellt wurden. 1994 musste die Fabrik schließen. Jetzt starten Künstler:innen, Designer:innen und Musiker:innen ein einzigartiges Projekt zur Wiederbelebung der Vulkanfiberproduktion am historischen Standort.

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Vulkanfiber – ein alter Verbundstoff mit Zukunft?

Sebastian Voigt, einer der Initiatoren des Pionierprojektes „Mikrofaktur Vulkanfiberfabrik“, steht in einer der Hallen der ehemaligen Vulkanfiberfabrik in Werder (Havel). Mit seinem Computer programmiert er einen orangefarbenen Roboterarm, wie man ihn aus der Automobilindustrie kennt.

orangefarbener Roboterarm

Mit der Hilfe des Roboterarms sollen Künstler:innen experimentieren können. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, eigene Projektideen im engen Austausch mit Expert:innen für digitale Fertigungsmethoden zu entwickeln. Dabei spielt der Bioverbundstoff „Vulkanfiber“ eine zentrale Rolle, denn so ganz verständlich ist es nicht, dass dieser Stoff nur noch ein Nischendasein fristet. Und so arbeitet Sebastian Voigt bereits seit Beginn des Jahres mit Studierenden des Fachbereichs Design der Fachhochschule Potsdam und mit der Vulkanfiber-Fabrik Ernst Krüger in Geldern an einer Zukunftsvision. Zukünftig sollen in Werder (Havel) wieder ausgewählte Produkte aus Vulkanfiber hergestellt werden, denn die klimatischen Vorteile in der Herstellung, Lebensdauer und Entsorgung gegenüber herkömmlichen, erdölbasierten Kunststoffen liegen auf der Hand.

Ausstellung zur Geschichte des Standortes

Am 21. August eröffnet zunächst eine Ausstellung zur Geschichte des Standortes. Es werden besondere Produkte und auch originale Maschinen präsentiert, die in Werder (Havel) bei der Produktion von Vulkanfiber zum Einsatz kamen und nur durch Zufall in der ehemaligen Patent-Papierfabrik Hohenofen wiederentdeckt worden.

Im weiteren Verlauf des Themenjahres wird experimentiert, um aus der ehemaligen Vulkanfiberfabrik eine neue, regionale High-Tech-Mikrofaktur entstehen zu lassen.

Pionierprojekt Mikrofaktur Vulkanfiberfabrik

Eröffnung 21. August 2021, 15 Uhr
Laufzeit 22. August – 18. Dezember 2021
Öffnungszeiten Sa 15-20 Uhr + So 11-18 Uhr
An Wochentagen kann die Ausstellung nach vorheriger telefonischer Absprache von 10-15 Uhr besucht werden.
Ort ehemalige Vulkanfiberfabrik Werder (Havel)
Adolf-Damaschke-Straße 56-58, 14542 Werder (Havel)

Kontakt

Sebastian Voigt
Telefon 0179 417 92 56
Mail mail@sebastian-voigt.com
Web www.mikrofaktur-vulkanfiberfabrik.com