Treue Hände

1. Januar 2022 Ganztägig

Das Bild zeigt eine Bühnensituation in einer Halle. Die Zuschauer blicken auf die Schauspielerin, deren Gestik als Schatten an der Wand erscheint.

Die Abwicklung von Betrieben durch die Treuhand zum Ende der DDR hatte für viele Menschen einschneidende berufliche und persönliche Folgen, die sich bis weit in die Gegenwart auswirken. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung beschäftigt sich die Theatergenossenschaft „Traumschüff“ künstlerisch mit der Aufarbeitung des damaligen Strukturwandels und setzt sich im Rahmen der dreiteiligen Theaterserie „Treue Hände“ insbesondere mit der Geschichte des ehemaligen VEB Kaltwalzwerk Oranienburg auseinander. Anhand von Zeitzeugeninterviews und regionalen Recherchen greift die Theaterserie vielseitige Perspektiven zu den Themen Treuhandgeschichte und Wiedervereinigung auf und macht sie für aktuelle Debatten um West- und Ostdeutschland sichtbar.

Im Rahmen der „Theater im Fluss Tour 2021“ wird die Serie an verschiedenen Orten im ländlichen Raum Brandenburgs erlebbar sein. Darüber hinaus finden ab Herbst 2021 weitere Vorstellungen im neu entstehenden „Theater im Werk“, einer festen Spielstätte im ehemaligen Kaltwalzwerk Oranienburg, statt. Die Theateraufführungen werden von Gesprächen mit dem Publikum umrahmt, in denen eine aktive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ermöglicht und Fragen der Zukunftsgestaltung der Region angeregt werden.

Laufzeit “Theater im Fluss” Mai bis September 2021
Die genauen Aufführungstermine werden noch bekanntgegeben.
Eintritt frei
Orte Die Aufführungsorte werden noch bekanntgegeben.

Laufzeit “Theater im Werk” Herbst 2021
Eintritt soziales Preismodell
Ort ehemaliges Kaltwalzwerk Oranienburg
Kremmener Str. 43, 16515 Oranienburg

Theatergenossenschaft “Traumschüff”
Telefon 0174 754 09 17
Mail publikum@traumschueff.de
Web www.traumschueff.de
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Instagram Traumschüff

Bildquelle “Theater im Werk”, Foto: © Traumschüff e.G.

Oranienburg

ehemaliges Kaltwalzwerk Oranienburg, Kremmener Str. 43
Oranienburg, 16515 Deutschland
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0174 754 09 17
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Ziegeleien – Pioniere der Energieeffizienz

1. Januar 2022 Ganztägig

Wie kein anderer hat der Fotograf Karl-Ludwig Lange nach der Wiedervereinigung die Standorte der ehemaligen Ziegeleien in Brandenburg und insbesondere im Berliner Umland dokumentiert. Karl-Ludwig Lange hat daraus eine künstlerisch und dokumentarisch sehr hochwertige Ausstellung geschaffen, die in Zusammenarbeit mit der Jugendbauhütte Berlin-Brandenburg organisiert wird.

Laufzeit Die Laufzeit der Ausstellung wird noch bekanntgegeben.
Ort Märkisches Ziegeleimuseum Glindow
Alpenstraße 47, 14542 Weder (Havel) OT Glindow

Neue Ziegeleimanufaktur Glindow
Telefon 03327 664 90
Mail info@ziegeleimanufaktur.com
Web www.ziegelmanufaktur.com

Glindow

Märkisches Ziegeleimuseum Glindow, Alpenstraße 47
Werder (Havel) OT Glindow, 14542 Deutschland
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03327 664 90
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Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Brandenburg

Die Ausschreibung zum Themenjahr Kulturland Brandenburg 2021 ist online.
Projekteinreichungen sind bis zum 15. Juni 2020 möglich.

Das Bild zeigt die Eingangstür des ehemaligen Zechenhauses im Museumspark Rüdersdorf.

Kulturland Brandenburg wird 2021 die Industriekultur in den Fokus der Landeskultur rücken. Angesichts andauernder Transformationsprozesse in den industriell geprägten Regionen und Städten des Landes benötigt die Industriekultur neue Impulse für die Herausforderungen der Zukunft. Erforderlich ist eine erweiterte Auseinandersetzung mit Industriekultur und damit eine Justierung, die vor allem zwischen der industriellen Vergangenheit und ihrer Zukunft vermittelt.

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Die unmittelbare Erfahrbarkeit der Industrie als Alltagsphänomen ist auch in Brandenburg durch die räumliche Entmischung von Stadtfunktionen, die Verlagerung von Produktionsstätten, die Automatisierung und die zunehmende Digitalisierung von Arbeitsprozessen immer weniger gegeben. Deshalb erscheint es geboten, Industriekultur heute verstärkt in ihren komplexen Wechselwirkungen zu sehen und das kulturelle Selbstbild des industriellen Brandenburgs zu erneuern. So könnte das Konzept der Industriekultur hier sinnvolles und wegweisendes politisches, gesellschaftliches und baukulturelles Handlungsfeld werden.

Der Versuch eines Industriekultur-Updates bedeutet einen Richtungswechsel, bei dem Industriekultur nicht länger nur als erhaltungsbemühter Rückblick, sondern ebenso als industrielle Zukunftsperspektive verstanden wird. Damit soll die beachtenswerte Leistung derer nicht in Frage gestellt werden, die die Spuren der vergangenen Industrialisierung, das baukulturelle sowie das immaterielle Kulturerbe der Industrie bis heute erhalten und im öffentlichen Bewusstsein gehalten haben. Die vielen noch bestehenden Bergbaugroßgeräte, Textil-, Papier- und Tuchfabriken, Tagebaue, Ziegeleien, Kraftzentralen oder Bahnanlagen der letzten 200 Jahre sind lebendige Zeugnisse brandenburgischer Industriegeschichte.

In Zukunft wird es jedoch verstärkt darum gehen, Industriekultur als Teil der industriellen Gegenwart zu verankern. Die Industriekultur muss in Brandenburg stärker auf den aktuellen Kulturdiskurs und in gleicher Weise auf die gegenwärtige industrielle Entwicklung bezogen werden. Nur so kann sie auch an gesellschaftlicher Gegenwartsrelevanz gewinnen. Grundlegend dafür ist eine Perspektivänderung, bei der die industrielle Entwicklung nicht als historisch abgeschlossener, sondern als aktueller und zukunftsweisender Prozess verstanden wird.

Um dies zu erreichen, soll 2021 der Diskurs zu einer neuen Industriekultur, zu einer Kultur unserer industriellen Gegenwart, befördert werden. Es gilt, neue Wege der Industriekultur in Brandenburg durch zukunftsweisende, auch überraschende Projekte im ganzen Bundesland zu erproben. Als die Dachmarke für kulturelle Vielfalt wird Kulturland Brandenburg Industriekultur in Partnerschaft mit künstlerischen und kulturellen Projekten im Kontext von Wissenschaft, Tourismus und kultureller Bildung weiterdenken. Das Thema für das Jahr 2021 lautet im Arbeitstitel »Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Brandenburg« und schlägt damit den Bogen in das Themenjahr »Stationen der Industriekultur« aus dem Jahr 2000. Hierbei gilt es zu fragen, inwieweit die vergangenen 20 Jahre der Industriekultur auch Antworten auf die kulturellen sowie gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft ermöglichten.

Bildquelle Ehemaliges Zechenhaus, Museumspark Rüdersdorf bei Berlin, Foto: Frank Gaudlitz/frank-gaudlitz.de © Kulturland Brandenburg