Zerstört – Erhalten – Gerettet: Lebenswerte Altstädte

Sechs Ausstellungen im Stadtraum laden ein

Das Bild zeigt die Torseite des Schloss Doberlug mit dem Zufahrtsweg.

Das Jahresthema der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg lautete 2020 “Zerstört – Erhalten – Gerettet: Lebenswerte Altstädte”. Damit blickte sie auf die wechselvolle Geschichte sechs brandenburgischer Städte nach 1945.

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Hatten die Stadtkerne von Altlandsberg, Bad Belzig, Beeskow, Brandenburg an der Havel, Doberlug-Kirchhain und Wusterhausen-Dosse den Zweiten Weltkrieg mit relativ geringen Beschädigungen und Zerstörungen überstanden, sorgten Mangelwirtschaft und ideologischer Umbau während der DDR-Zeit für den Zerfall der historischen Altstädte. Heute haben sie ihre Lebensqualität zurückgewonnen.

Die Ausstellung “Restauriert, Saniert und Wiederbelebt: Doberluger Baugeschichten” in Doberlug-Kirchhain machte den Anfang der sechs Stadtraumausstellungen. Der unter Denkmalschutz stehende Ortskern von Doberlug hatte mit den Sanierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre eine enorme Aufwertung erfahren. Einige Profan-, Repräsentations- und Sakralbauten ragen aus dem 27 ha großen Sanierungsgebiet besonders hervor. Diese Gebäude standen im Fokus der Ausstellung über den Zeitraum von 1950 bis 2020.

“Restauriert, Saniert und Wiederbelebt: Doberluger Baugeschichten”

Laufzeit 22. Juni bis 31. Dezember 2020
Eintritt frei
Öffnungszeiten Die Ausstellungen sind im öffentlichen Raum frei und durchgehend zugänglich.
Startpunkt Schloss Doberlug, Schlossplatz 1, 03253 Doberlug-Kirchhain

Es begrüßte
Bodo Broszinski, Bürgermeister der Stadt Doberlug-Kirchhain

Mit Grußworten von
Rainer Genilke, Staatsekretär im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg
Christian Müller-Lorenz, Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg
Claudia Mucha, Geschäftsstelle der Arbeitgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg

Bildnachweis Schloss Doberlug, 2017 © Kulturland Brandenburg

Im Anschluss fand ein geführter Standrundgang zu den Orten der Ausstellung statt.

6 Ausstellungen im Stadtraum laden ein

Sechs Mitgliedsstädte präsentieren Ausstellungen im öffentlichen Raum, teilweise mit Audioguides, die zum Stadtrundgang inspirieren (alphabetisch aufgeführt).

“Altlandsberg – Denkmal an den Krieg: Monumente in Friedenszeiten”

Kriegerdenkmal am Kirchplatz, Foto: Erik-Jan Ouwerkerk © AG Historische Stadtkerne

Die Ausstellung und der Audio-Stadtrundgang führen an drei verschiedene Kriegsmahnmale in der Stadt, die an 1870/71 und an die beiden Weltkriege erinnern. Wie haben sich das Gedenken und Erinnern verändert? Welche Einzelschicksale stehen hinter den eingravierten Namen?


Laufzeit 18. Juli bis 31. Dezember 2020
Orte Rathaus, Marktplatz und Kirchplatz, 15345 Altlandsberg

Bildquelle Kriegerdenkmal am Kirchplatz, Foto: Erik-Jan Ouwerkerk © AG Historische Stadtkerne

“Beeskow – Zerstört und doch Bewahrt: Historischer Stadtkern der Nachkriegszeit”

Ladenstraße, Beeskow, Neubau 1962 © Dr. Sascha Bütow, Potsdam

Anfang 1945 geriet Beeskow in den Fokus des Kriegsgeschehens und hatte starke Zerstörungen des historischen Stadtkerns erlitten. Ruinen und alte Bauwerke wichen während der DDR-Zeit modernen Neubauten. Mangelwirtschaft und Widerstände verhinderten jedoch nicht ein örtliches Bemühen um Erhalt und Wertschätzung der historischen Stadt.

Eröffnung 31. Juli 2020, 18 Uhr
Laufzeit 1. August bis 31. Dezember 2020
Startpunkt Rathaus Beeskow, Berliner Str. 30, 15848 Beeskow

Bildquelle Ladenstraße, Beeskow, Neubau 1962 © Dr. Sascha Bütow, Potsdam

“Gerettet – Erhalten – Saniert: Lebenswerte Altstadt Bad Belzig”

Café am Markt, Bad Belzig, 1980er Jahre © Stadt Bad Belzig

Die Ausstellung und die Hörführung in Bad Belzig stellen markante Orte und das Stadtbild prägende Gebäude vor, an denen besonders gut die Erfolge der Stadtsanierung seit 1990 sichtbar werden. Damit werden die Ergebnisse des Projektes »WendePunkte« von 2009 fortgeschrieben.

Laufzeit 17. Juni bis 31. Dezember 2020
Startpunkt Rathaus Bad Belzig, Wiesenburger Str. 6, 14806 Bad Belzig

Bildnachweis: Café am Markt, Bad Belzig, 1980er Jahre © Stadt Bad Belzig

“Brandenburg an der Havel – Spiegel der Gesellschaft: Stadtplanungen in Brandenburg”

St.-Annenstraße in Brandenburg an der Havel, Foto: Dr. Joachim Müller © Stadt Brandenburg an der Havel

Für die Zeit seit der partiellen Kriegszerstörung 1945 bis heute lassen sich in Brandenburg an der Havel markante Maßnahmen der ergänzenden Stadtreparatur bzw. Überplanung entsprechend dem jeweiligen Zeitgeist nachzeichnen. Das Stadtbild und seine Ergänzungen und Überprägungen sind dabei stets ein Spiegel der Gesellschaft mit oft wechselnden Prämissen.

Laufzeit 6. Juni bis 31. Dezember 2020
Startpunkt Paulinerstraße 10/11, 14470 Brandenburg an der Havel

Bildquelle St.-Annenstraße in Brandenburg an der Havel, Foto: Dr. Joachim Müller © Stadt Brandenburg an der Havel

“Wusterhausen/Dosse – Was alte Postkarten erzählen”

Neubaublock an der St. Peter und Paul Kirche in Wusterhausen/Dosse, Foto: Erik-Jan Ouwerkerk © AG Historische Stadtkerne

Der historische Stadtkern mit der Stadtkirche St. Peter und Paul blieb von Kriegszerstörungen verschont. Heute laden liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser, Cafés und Gaststätten und das Wegemuseum zum Bummel durch die reiche Geschichte der kleinen Stadt ein. Aber auch die Geschichte der innerstädtischen DDR-Neubauten hat ihren Reiz, wie der Vergleich mit historischen Postkarten zeigt.

Eröffnung 9. Juli 2020, 10 Uhr
Laufzeit 9. Juli bis 31. Dezember 2020
Startpunkt Rathaus Wusterhausen, Am Markt 1, 16868 Wusterhausen/Dosse

Weitere Informationen zu den Stadtraumausstellungen erhalten Sie bei der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg.

Telefon 0331 201 51 20
E-Mail info@ag-historische-stadtkerne.de
Web www.ag-historische-stadtkerne.de

Bildquelle Neubaublock an der St. Peter und Paul Kirche in Wusterhausen/Dosse, Foto: Erik-Jan Ouwerkerk © AG Historische Stadtkerne

Acht Wochen eines Jahres

Sonderausstellung im Museum Schloss Doberlug

Das Bild zeigt das barocke Schloss Doberlug. Vor dem Tor steht ein Wachsoldat.

Mit der Sonderausstellung “Acht Wochen eines Jahres. Die NVA im Schloss Doberlug” widmete sich das Museum Schloss Doberlug im Themenjahr 2020 der militärischen Nutzung des barocken Schlossensembles nach 1945. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren im Schloss Doberlug zunächst Soldaten der Roten Armee und später der NVA untergebracht.

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Mit dem Einmarsch der Roten Armee im April 1945 begann für das Barockschloss eine Zeit der militärischen Nutzung: Es diente zunächst als Garnison für sowjetische Truppen, ab 1950 dann als Kaserne für Einheiten der Kasernierten Volkspolizei und der Nationalen Volksarmee (NVA). Die militärische Nutzung ging nicht spurlos vorüber an dem Architekturdenkmal, das einige Jahrzehnte lang Sperrgebiet war.

Die Sonderausstellung stellte die verschiedenen Akteure der Kasernennutzung vor, beschäftigte sich mit dem militärischen Alltag sowie der Verbindung von Kaserne und Zivilbevölkerung. In zwei Rauminszenierungen erinnerte die Ausstellung an die Lebenswelt der NVA- Soldaten im Schloss. Der Titel “Acht Wochen eines Jahres” stand dabei für den Zeitraum, den die Reservisten des Militärtransportwesens der NVA im Schloss Doberlug verbrachten und war einem DDR‐Kurzfilm über den Reservistendienst entnommen. 

Acht Wochen eines Jahres. Die NVA im Schloss Doberlug

Laufzeit 26. Mai bis 15. November 2020
Öffnungszeiten Di–So 10–18 Uhr
Eintritt 6 Euro, erm. 3 Euro
Ort Museum Schloss Doberlug Schlossplatz 1, 03253 Doberlug-Kirchhain 

Telefon 035322 688 85 20
Mail museum-schlossdoberlug@lkee.de
Web www.museumsverbund-lkee.de 

Bildquelle Eingang zur Kaserne, 1971 © Stadt Doberlug-Kirchhain