Über Christian Müller-Lorenz

Assistenz der Geschäftsführung

Neues Kinderbuchmuseum im Havelland sucht Zeitzeug*innen

Ein Teddybär schaut hinter einem Baum hervor und fragt, wer erinnert sich?

Im Mai 2020 eröffnet auf dem Gelände von Schloss Kleßen ein neues Kinderbuchmuseum im Havelland. Im Rahmen des Themenjahres »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg« wird eine erste Ausstellung zum Thema »Kindheit in der Nachkriegszeit« präsentiert.
Dafür bittet das Museum um die Mitarbeit von Menschen, die zwischen 1945 und 1960 ihre Kindheit in Brandenburg oder Berlin verlebt haben und mit ihren Schilderungen einen Einblick in die Kinderwelt nach dem Zweiten Weltkrieg und in den »Aufbaujahren« vermitteln können. Hat es eine Kindheit wie im Bilderbuch gegeben? Was gehört zu den positiven, was zu den negativen Erinnerungen?
Das Museum freut sich auf viele kleine Geschichten – handschriftlich oder getippt verfasst und per Post oder E-Mail zugesandt oder nach telefonischer Absprache der Ausstellungskuratorin Birgit Jochens im persönlichen Interview erzählt.

Kinderbuchmuseum im Havelland
Birgit Jochens, Ausstellungskuratorin
Schulweg 2, 14628 Kleßen-Görne
Telefon 033235.1536
E-Mail: kontakt@kinderbuchmuseum-havelland.de

»was du nicht siehst« – abstrakte Kunst in Strausberg

Abstraktes Gemälde mit einer schwarzen Figur und einer weißen Figur, die übereinander auf blauem Grund liegen.

Hermann Glöckner: Schwarz über Weiß auf Blau, 1957, Collage, Foto: Archiv Anke Zeisler

Heute eröffnet in Strausberg die Ausstellung »was du nicht siehst – abstrakt. Vom Umgang mit der Freiheit nach dem Krieg«. Der Verein kunstprojekte e.V. zeigt abstrakte Werke, also jene, die auf die Nachahmung der Wirklichkeit verzichten. Warum? Wird die Abstraktion doch von vielen als unverständlich angesehen. Sie bietet aber ein Universum voller Interpretationen. Deshalb auch der Titel »was du nicht siehst«, der einem alten Kinderspiel entlehnt ist.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges feierte die Kunst ihre zurückgewonnene Freiheit. Max Schwimmer schrieb 1946, dass man ordentlich spüre, wie ungehemmt sich die Talente der neuen Freiheit bedienen und wie wohl ihnen dabei ist …. Doch schon bald forderte die offizielle Kunstpolitik im Osten Figur und Gegenständlichkeit. Wer nun abstrakte Bilder malte, lief Gefahr, als Staatsfeind betrachtet zu werden. Dennoch gab es einige, die an ihrem künstlerischen Wollen festhielten. Mit dem Fall der Mauer verschwanden auch die Restriktionen. Nicht nur die künstlerische Freiheit kehrte zurück. Auch die Möglichkeit, sich mit Künstler*innen aus ganz Deutschland und der der Welt auszutauschen.

Die Ausstellung in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Märkisch-Oderland läuft noch bis zum 11. Dezember 2020. Weitere Informationen finden Sie hier.

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück lädt am 27. Januar 2020, 11 Uhr,
zu einer gemeinschaftlichen Lesung in Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ein.

Zeichnung von Violette Lecoq: “Das Krematorium, vom Lager aus gesehen. Es brannte in der Nacht und qualmte Tag und Nacht. Die Flammen waren von einem ganz besonderen Rot. Als sie diesen Qualm sahen, sagten einige Polinnen: ‘Das sind die Seelen, die in den Himmel entkommen.'”

Unter dem Titel »’Bald sollte das Frauenlager Ravensbrück zweiunddreißig Wohnbaracken und drei Lagerstraßen umfassen’: Die Lagererweiterung 1940-45 im Spiegel von Quellen und Selbstzeugnissen« erinnert die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück an die Opfer des Nationalsozialismus. Als größtes Frauenkonzentrationslager im Deutschen Reich nahm Ravensbrück eine zentrale Rolle im System der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager ein. Zwischen 1939 und 1945 wurden etwa 120.000 Frauen und Kinder, ca. 20.000 Männer und 1.200 weibliche Jugendliche nach Ravensbrück deportiert. Unter ihnen waren Frauen aus nahezu allen Ländern Europas, Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma. Zehntausende wurden ermordet, starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente. Die Baracken an den Lagerstraßen reichten bald nicht mehr aus, weshalb die SS im August 1944 ein Zelt errichten ließ. Dieses Zelt entwickelte sich bald zu einem zentralen Ort des Massensterbens.

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Anfang 1945 richtete die SS im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück in einer Baracke neben dem Krematorium eine provisorische Gaskammer ein. Hier ließ die SS im Zeitraum von Ende Januar bis April 1945 ca. 5.000 bis 6.000 Häftlinge vergasen. Unter ihnen befanden sich etwa 100 Häftlinge aus dem Männerlager.

Anlässlich des 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog ins Leben gerufenen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus werden in der Mahn- und Gedenkstätte Passagen aus ausgewählten lagerzeitlichen Quellen sowie aus Selbstzeugnissen von Überlebenden des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück vorgetragen. Jedes Jahr lädt die Gedenkstätte unter jeweils verschiedenen thematischen Schwerpunkten zu interaktiven Lesungen ein.

Wenn Sie mitlesen möchten, melden Sie sich bitte bis zum 20. Januar 2020 unter paedagogik@ravensbrueck.de an. Ihnen wird dann das Skript der Lesung zugesendet.