Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung

Hervorgehoben

Themenjahr Kulturland Brandenburg 2021

2021 steht bei Kulturland Brandenburg die Industriekultur im Fokus des Themenjahres. Gemeinsam mit über 40 Partner*innen beschreiten wir neue Wege und zeigen im gesamten Bundesland zukunftsweisende und überraschende Projekte, die wir ab Januar 2021 auf unserer Website, in unserem Programmheft, in unserem Onlinekalender und auf unseren Social Media Kanälen vorstellen werden.

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Impuls 2021

Der Begriff Industriekultur stand bisher hauptsächlich für die Auseinandersetzung mit der Kulturgeschichte und der Kulturlandschaft des Industriezeitalters. Das Themenjahr „Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung“ wagt den Versuch eines Updates, bei dem es nicht länger nur um einen erhaltungsbemühten Rückblick, sondern insbesondere auch um eine industrielle Zukunftsperspektive gehen soll.

Während die Industrie im traditionellen Gewand im Alltag der Menschen kaum mehr eine Rolle spielt, setzt sich die Industrialisierung mit beschleunigtem Tempo fort. Brandenburg ist schon längst zu einem Industrieland 4.0 geworden.

Mit dem Themenjahr 2021 setzt Kulturland Brandenburg kulturelle Impulse, denn nicht nur die Industrie steht für clevere Ideen und nachhaltige Konzepte. Die künstlerischen und kulturellen Projekte, die im gesamten Land umgesetzt werden, zeigen, wie kreativ, anpassungsfähig, interdisziplinär, stilbildend und identitätsstiftend die Kulturakteure und Kunstschaffenden in Brandenburg wirken können.

Das Themenjahr Kulturland Brandenburg 2021 „Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung“ wird am 4. Juni 2021 in Eberswalde, der Wiege der Industriekultur in Brandenburg, eröffnet.

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Die Projekte des Themenjahres 2021 setzen sich mit den folgenden vier Schwerpunktthemen auseinander:

Perspektivwechsel – Industriekultur neu denken

Industriekultur muss neu gedacht werden. Das ist eine der Kernaussagen des Themenjahres. Denn nicht nur die Industrie und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind einem Wandel unterworfen. Die eigene industrielle Herkunft, die Suche nach Orientierung durch den Erhalt und die Erforschung der baulichen Zeugnisse der industriellen Vergangenheit waren lange maßgebend in der Industriekultur. Die zahlreichen Projekte des Themenjahres 2021 blicken verstärkt auf die industrielle Gegenwart und Zukunft. Industriestandorte werden neu gedacht, plausible Deutungen werden hinterfragt und neue Formate an alten Standorten erprobt.

Lausitz – Labor ohne Kohle

Entwürfe für Themenjahr 2021, Lausitz

Der industrielle Wandel wird in der Lausitz besonders deutlich. Mit der Wiedervereinigung setzte ein dramatischer Strukturwandel ein, der noch immer nicht abgeschlossen ist. Trotz vielfältiger Bemühungen, die Region in eine nachindustrielle Zukunft zu führen, blieben die Entwicklungen hinter den Erwartungen zurück. Heute setzen die Akteur*innen in der Lausitz verstärkt auf Innovation und Erfindergeist. Die Kultur wird hier gewissermaßen zum Ideengenerator für den industriellen Umbau der Region.

Energiewende – Industrie mit Zukunft

Die Industrie in Brandenburg erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance. Der allmähliche Umbau der Strukturen orientiert sich an den lokalen, regionalen und globalen Wirtschaftsentwicklungen. Der Ausstieg aus der Kohleproduktion und die Ansiedlung des Autobauers Tesla sind lediglich die Spitze des Eisberges, denn Klimaschutz, Nachhaltigkeit und die Suche nach neuen, zukunftsfähigen Ideen treiben nicht nur die Industrie in Brandenburg an.

Pioniere – Zukunft aus der Provinz

Die Folgen des Strukturwandels werden heute nicht nur in der Lausitz sichtbar. Abseits der boomenden Metropole Berlin setzte die industrielle Entwicklung beträchtliche Wachstumsdynamiken frei. Heute wirken viele der alten Industriestandorte wenig einladend. Arbeitsplätze fehlen, Bus- und Bahnlinien wurden stillgelegt und die Digitalisierung kommt nur schleppend in Gang. Diese strukturellen Schwächen halten innovative Protagonist*innen nicht davon ab, die Chancen und Möglichkeiten vor Ort zu nutzen. Gerade in der Peripherie arbeiten die Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen vereint an neuen Methoden der Wertschöpfung, an der Etablierung kreativer Ankerpunkte und an einer vielfältigen regionalen Identität.

Zwischen Dederon und Veritas

Kunstprojekt des landmade.Kulturversorgungsraums am 1. und 2. Oktober 2021 in Strodehne

Am 2. Oktober wird das Haveldorf Strodehne zu einem kollektive Kunst-Produktionort, um unter der Regie des landmade.Kulturversorgungsraums (KVR) ein Werk mit hohem Symbolwert zu schaffen: ein vielgestaltiges Kunst-Seil.

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Die Dorfbewohner:innen sowie ortsansässige Vereine und Institutionen verwickeln miteinander Stoffe, die sie selbst gesammelt haben, und verbildichen so das Dorf als eine über alle Differenzen hinaus funktionierende intakte (Produktions-) Gemeinschaft.

Die öffentliche Performance, die am 2. Oktober auf dem Strodehner Dorfplatz um 14 Uhr beginnt, entwirft eine „Zukunft der Vergangenheit der Industriekultur“, in der kollektives Produzieren dem Gemeinwohl zu Gute kommt. Aus der „Fremdbestimmung“, die Industriearbeit üblicherweise kennzeichnet, wird in der von landmade. praktizierten Dorf-Kunst-Fabrikation zur „Selbstermächtigung“. Als vertraute „Repräsentanten“ regionaler Industriekultur fließen Dederon, der Kittelschürzenstoff aus Premnitz, und Veritas, die Nähmaschine aus Wittenberge, an zentraler Stelle in die Produktion ein.

Mehr Informationen finden Sie in dem entsprechenden Eintrag in unserem Onlinekalender.

Bereits am Vorabend (1. Oktober) wird das Künstlerduo Demming&Rieken das Dorf als „Kinematografische Dorfguerilla“ mit themenbezogenen Openair-Projektionen im Dorfraum auf das Seildreh-Event einstimmen. Am Abend des 2. Oktober wird die Projektion wiederholt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.landmade.org

Bildquelle „Animationsproduktion“ im Kulturversorgungsraum: Die Künstlerinnen (v.l.n.r.) Gabriele Konsor, Birte Hoffmann und Gabriele Regiert starten die Produktion der Seilstränge, Foto: © landmade.Kulturversorgungsraum

Tage der Offenen Ateliers 2021

Ein Wochenende der Kunst im gesamten Land Brandenburg am 21./22. August 2021

Frau mit grauen Haaren steht vor einer Staffelei und zeichnet ein Porträt

Auch in diesem Jahr konnten die Tage der Offenen Ateliers nicht wie geplant am 1. Maiwochenende stattfinden. Aufgrund der Corona-Pandemie hatten die Landkreise, Städte und Künstler:innen entschieden, den Termin wie bereits im vorigen Jahr zu verschieben. Die Tage der Offenen Ateliers finden nun am 21. und 22. August 2021 statt.

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Die Tage der Offenen Ateliers wollen an einem Wochenende gebündelt zu Erkundungen ins Land Brandenburg einladen, um das Potential und die Vielfalt der aktuellen Bildenden Kunst in der Region zu präsentieren. Die Besucher:innen können den Künstler:innen im wahrsten Sinne bei der Arbeit über die Schulter schauen, sich für die Künstler:innen und die Kunst begeistern sowie das eine oder andere Werk käuflich erwerben.

Aufgrund der pandemiebedingten Auflagen und der Terminverschiebung werden nicht alle Künstler:innen und Ateliers das für den Mai vorgesehene Programm am 21. und 22. August nachholen können. Aus diesem Grund haben wir Ihnen hier die Informationen der einzelnen teilnehmenden Landkreise und kreisfreien Städte aktualisiert zusammengefasst.

Wer nimmt an den Tagen der Offenen Ateliers teil?

Die Landkreise und kreisfreien Städte haben für den 21. und 22. August 2021 ein neues Programm zusammengestellt. Sie finden dieses Programm auf den entsprechenden Websites, die wir Ihnen hier verlinkt haben:

Landeshauptstadt Potsdam

Stadt Brandenburg an der Havel

Landkreis Barnim

Landkreis Dahme-Spreewald

Landkreis Elbe-Elster

Landkreis Havelland

Landkreis Oberhavel

Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Landkreis Oder-Spree

Landkreis Ostprignitz-Ruppin

Landkreis Pottsdam-Mittelmark

Landkreis Prignitz

Landkreis Teltow-Fläming

Landkreis Uckermark

Ein regionales Kooperationsprojekt

Die Tage der Offenen Ateliers sind ein regionales Kooperationsprojekt, das vom Arbeitskreis der Kulturverwaltungen im Land Brandenburg (AKK) entwickelt wurde. Folgende Partner organisieren die Tage der Offenen Ateliers in Kooperation mit der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg, in diesem Jahr: die Landeshauptstadt Potsdam, die Stadt Brandenburg an der Havel, der Landkreis Barnim, der Landkreis Dahme-Spreewald, der Landkreis Elbe-Elster, der Landkreis Havelland, der Landkreis Märkisch-Oderland mit dem CTA Kulturverein Nord. e.V., der Landkreis Oberhavel mit Kulturort-Brandenburg.de, der Landkreis Oberspreewald-Lausitz, der Landkreis Oder-Spree mit dem CTA Kulturverein Nord e.V., der Landkreis Ostprignitz-Ruppin, der Landkreis Potsdam-Mittelmark, der Landkreis Prignitz, der Landkreis Teltow-Fläming und der Landkreis Uckermark.

Die Tage der Offenen Ateliers werden unter der Voraussetzung durchgeführt, dass alle Beteiligten, sowohl die Künstler:innen als auch die Besucher:innen, eigenverantwortlich und mit großer Umsicht und Rücksichtnahme auf Andere handeln.

Weitere Informationen

Die Broschüre zu den Offenen Ateliers 2021 ist im März 2021 erschienen. Auch wenn die Informationen zu den teilnehmenden Künstler:innen nicht mehr aktuell sind, so ist die Broschüre doch ein Kompendium der brandenburgischen bildenden Kunst, mit der sich Besucher:innen das ganze Jahr über individuell, gemeinsam mit Freunden oder mit der Familie auf den Weg machen können.

Download der Broschüre zu den Tagen der Offenen Ateliers 2021

Vulkanfiber in Werder (Havel)

Eröffnung einer Ausstellung und Start des Pionierprojektes

Schriftzug Vulkanfiber-Fabrik auf dem Dach eines Backsteingebäudes

Vor mehr als 100 Jahren startete die Vulkanfiberfabrik mit der Produktion eines auf Zellstoff basierenden Bioverbundstoffs, aus dem Reisekoffer, Papiereimer, Zahnräder und auch Bremsbeläge hergestellt wurden. 1994 musste die Fabrik schließen. Jetzt starten Künstler:innen, Designer:innen und Musiker:innen ein einzigartiges Projekt zur Wiederbelebung der Vulkanfiberproduktion am historischen Standort.

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Vulkanfiber – ein alter Verbundstoff mit Zukunft?

Sebastian Voigt, einer der Initiatoren des Pionierprojektes „Mikrofaktur Vulkanfiberfabrik“, steht in einer der Hallen der ehemaligen Vulkanfiberfabrik in Werder (Havel). Mit seinem Computer programmiert er einen orangefarbenen Roboterarm, wie man ihn aus der Automobilindustrie kennt.

orangefarbener Roboterarm

Mit der Hilfe des Roboterarms sollen Künstler:innen experimentieren können. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, eigene Projektideen im engen Austausch mit Expert:innen für digitale Fertigungsmethoden zu entwickeln. Dabei spielt der Bioverbundstoff „Vulkanfiber“ eine zentrale Rolle, denn so ganz verständlich ist es nicht, dass dieser Stoff nur noch ein Nischendasein fristet. Und so arbeitet Sebastian Voigt bereits seit Beginn des Jahres mit Studierenden des Fachbereichs Design der Fachhochschule Potsdam und mit der Vulkanfiber-Fabrik Ernst Krüger in Geldern an einer Zukunftsvision. Zukünftig sollen in Werder (Havel) wieder ausgewählte Produkte aus Vulkanfiber hergestellt werden, denn die klimatischen Vorteile in der Herstellung, Lebensdauer und Entsorgung gegenüber herkömmlichen, erdölbasierten Kunststoffen liegen auf der Hand.

Ausstellung zur Geschichte des Standortes

Am 21. August eröffnet zunächst eine Ausstellung zur Geschichte des Standortes. Es werden besondere Produkte und auch originale Maschinen präsentiert, die in Werder (Havel) bei der Produktion von Vulkanfiber zum Einsatz kamen und nur durch Zufall in der ehemaligen Patent-Papierfabrik Hohenofen wiederentdeckt worden.

Im weiteren Verlauf des Themenjahres wird experimentiert, um aus der ehemaligen Vulkanfiberfabrik eine neue, regionale High-Tech-Mikrofaktur entstehen zu lassen.

Pionierprojekt Mikrofaktur Vulkanfiberfabrik

Eröffnung 21. August 2021, 15 Uhr
Laufzeit 22. August – 18. Dezember 2021
Öffnungszeiten Sa 15-20 Uhr + So 11-18 Uhr
An Wochentagen kann die Ausstellung nach vorheriger telefonischer Absprache von 10-15 Uhr besucht werden.
Ort ehemalige Vulkanfiberfabrik Werder (Havel)
Adolf-Damaschke-Straße 56-58, 14542 Werder (Havel)

Kontakt

Sebastian Voigt
Telefon 0179 417 92 56
Mail mail@sebastian-voigt.com
Web www.mikrofaktur-vulkanfiberfabrik.com

Dies ist die Geschichte

Eine Klanginstallation von Giovanni Verga und dem Quillo Ensemble im Rofin Gewerbepark in Eberswalde

Ein Mikrofon hängt kopfüber von einem Mikrofonständer und liegt auf einem Plattenspieler auf.

Noch bis zum 27. Juni 2021 können Besucher:innen des Rofin Gewerbeparks in Eberswalde der Klanginstallation „dies ist die geschichte“ von Giovanni Verga und dem Ensemble Quillo lauschen. Die Klanginstallation ist Teil des Industriekulturjahres der Stadt Eberswalde.

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Mit der Klanginstallation „dies ist die geschichte“ erschafft der Klangkünstler Giovanni Verga eine Klangumgebung, in der Raum, Zeit und die Geschichte der Fabrikhalle 54 im Rofin Gewerbepark, einer ehemaligen Rohrleitungsfabrik am Finowkanal in Eberswalde, hörbar und präsent werden. Dafür nutzt der Komponist mehrere Klangebenen. In einem Teil des Raumes ertönt die Geschichte des Ortes zusammen mit dem komponierten Klangmaterial. In einem anderen Hallenabschnitt werden durch ein System aus Plattenspieler, Mikrofon und Lautsprecher die klangliche Umgebung und die internen Rückkopplungen des Raums aufgenommen und in Form mehrerer Lautsprecher wieder zurück in die Halle geworfen. Durch dieses vielschichtige Diffusionssytem erhält der stillgelegte Raum neue Vitalität und Dynamik und wird mit seiner Vergangenheit präsent. Besucher:innen lauschen dabei nicht nur dem Raum und der Geschichte des Ortes, sie werden über das Mikrofon selbst Teil der Klanginstallation.

Abschlusskonzert „Quillo im Porträt“

Zum Abschluss der Klanginstallation spielen sechs Musiker:innen des Ensemble Quillo typische Solowerke der zeitgenössischen Musik des 20. Jahrhunderts und stellen sich und ihr Schaffen vor. Das anschließende Pubilkumsgespräch soll einen Bewegungsraum zwischen Musiker:innen und Publikum initiieren und in eigener Dynamik entfalten. Ein Porträt, bei dem sich nicht nur Industrie und Kultur, Fabriziertes und Spontanes, sondern auch Musizierende und Hörende neu vermischen und austauschen.

Das Ensemble Quillo spielt Werke von John Cage, Hans Werner Henze, Morton Feldman, Dieter Schnebel, Bruno Maderna, George Crumb und Philipp Glass.

Informationen zum Abschlusskonzert „Quillo im Porträt“

Termin 27. Juni 2021, 17 Uhr
Eintritt frei
Ort Halle 54 im Rofin Gewerbepark
Coppistraße 3, 16227 Eberswalde

Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Eine Anmeldung ist unter dem folgenden Link möglich:

Informationen für Besucher:innen der Klanginstallation „dies ist die geschichte“

Laufzeit 4. – 27. Juni 2021
Öffnungszeiten Mo-Do 15-20 Uhr, Fr+Sa 15-22 Uhr
Eintritt frei
Ort Halle 54 im Rofin Gewerbepark
Coppistraße 3, 16227 Eberswalde

Mail ensemble@quillo.net
Web www.quillo.net
Facebook Ensemble Quillo
Instagram Ensemble Quillo

Bildquelle

Klanginstallation in Halle 54, Foto: Ulrich Wessollek © Stadt Eberswalde

Danke, adieu und auf bald!

Brigitte Faber-Schmidt verabschiedet sich von Kulturland Brandenburg

Nach rund 20 Jahren als Geschäftsführerin von Kulturland Brandenburg und nach sieben Jahren als Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH (BKG) verabschiedet sich Brigitte Faber-Schmidt und wechselt zum 15. Juni als Abteilungsleiterin Kultur in das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.

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In ihrer Videobotschaft bedankt sie sich herzlich für die gute Zusammenarbeit mit allen Partner:innen in den vergangenen Themenjahren und in der diesjährigen Kulturland-Kampagne „Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung“, für die vielen, tollen Projekte, die sie begleiten durfte, und vor allem für das Engagement aller Akteur:innen.

Auch in der Zukunft steht sie gern als Ansprechpartnerin zur Verfügung und freut sich über neue Begegnungen im Kulturland Brandenburg.

Bei allen Belangen der Themenjahre steht Ihnen zukünftig Christian Müller-Lorenz (Tel.: 0151 610 60 496 | Mail: c.mueller-lorenz@gesellschaft-kultur-geschichte.de) zur Verfügung, bei Fragen und Anliegen, die die Geschäftsführung der BKG betreffen, ist Dr. Kurt Winkler (Tel.: 0331 620 85 81 | k.winkler@gesellschaft-kultur-geschichte.de) Ihr Ansprechpartner.

Дружба!

Eine neue Ausstellung in Eisenhüttenstadt blickt auf die Kulturkampagne zum Bau der „Drushba“-Trasse in der DDR

schwarz-weiß Bild, Feld mit Spuren von LKW-Reifen, im Hintergrund transportiert ein LKW große Rohrleitungen

Das Museum Utopie und Alltag blickt mit einer neuen Ausstellung auf das Jahrhundertprojekt „Drushba“-Trasse und die Kulturkampagne, die den Bau der Erdgasleitungen begleitete. Ab dem 6. Juni 2021 werden im neu eröffneten Projektraum Selbstbedienungshalle Eisenhüttenstadt Kunstwerke aus dem Bestand des Beeskower Kunstarchivs sowie Leihgaben aus Schwedt und Halle gezeigt.

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Bereits seit Jahrzehnten wird um die Vorherrschaft auf dem europäischen Energiemarkt gerungen. Der Bau der „Drushba“-Trasse (russ. Дружба; dt. Freundschaft) in den 1970er Jahren und die Beteiligung an weiteren Ausbaustufen der Erdgasleitung im Osten bis in die 1990er Jahre waren das Vorzeigeprojekt der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Ausland. Tausende Arbeiter:innen waren über Jahre entlang der Trasse im Einsatz, dafür bekam die DDR Erdgas aus der Sowjetunion.

Das „Jahrhunderprojekt“ wurde von einer großangelegten Kulturkampagne begleitet. Die DDR brachte Künstler:innen und Kulturschaffende an die Trasse, um die sogenannten „Trasniks“ zu unterhalten. Es wurden Konzerte veranstaltet, Kinofilme vorgeführt, vor Ort entstanden künstlerische Arbeiten, die in Wanderausstellungen entlang der Trasse sowie in der DDR präsentiert wurden. Arbeit und Leben der „Trasniks“ wurden in zahlreichen Publikationen und Reportagen im Fernsehen und illustrierten Magazinen inszeniert.

Die Ausstellung widmet sich der Verknüpfung von Kultur- und Wirtschaftspolitik, untersucht, welches Image für die Öffentlichkeit konstruiert wurde und welche Rolle die Kunst dabei spielte. Das Beeskower Kunstarchiv verfügt über eine größere Anzahl von Gemälden, Grafiken, Fotografien und Zeichnungen, die im Kontext der Trasse entstanden und in einer Auswahl in der Ausstellung zu sehen sind. Hinzu kommen Leihgaben aus Halle und Schwedt.

Die Ausstellung zeigt Werke von Ulrich Burchert, Karl Groß, Annegret Hartmann, Mechthild Hempel, Rainer Herold, Armin Herrmann, Martin Hoffmann, Jürgen Hohmuth, Thomas Kläber, Wolfgang Liebert, Günter Neubauer, Arnold Pemmann, Rolf Pöttrich, Ingrid Rulff, Emil Schittenhelm, Ursula Strozynski, Eva-Maria Viebeg und Norbert Wagenbrett.

Дружба! Die Kulturkampagne zum Aufbau der Erdgasleitungen

Laufzeit 6. Juni – 3. Oktober 2021
Öffnungszeiten Di – So 11-17 Uhr

Bitte beachten Sie die aktuell geltenden und Pandemiebedingten Zugangsbestimmungen. Derzeit ist der Eintritt nur nach vorheriger Anmeldung und Terminvereinbarung unter der Telefonnummer 03364 417 355 möglich.

Ort Projektraum Selbstbedienungskaufhalle
Saarlouiser Straße 60a, 15890 Eisenhüttenstadt

Telefon 03364 417 355
Mail museum@alltagundutopie.de
Web www.utopieundalltag.de
Instagram museum.utopie.und.alltag

Bildquelle

Armin Herrmann: o.T. (Erlebnis Trasse), 1983-84, Fotoabzug auf Baryt-Papier © Armin Herrmann

Eröffnung des Themenjahres 2021

LIVE aus der Borsighalle in Eberswalde, 4. Juni – 16 Uhr

Am 4. Juni, 16 Uhr, senden wir LIVE aus der Borsighalle in Eberswalde. Verfolgen Sie die Eröffnung am heimischen Bildschirm und seien Sie herzlich eingeladen, die Stadt am Finowkanal, der Wiege der Industrialisierung in Brandenburg, zu besuchen.

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Eberswalde – Die Wiege der Industriekultur und noch vieles mehr

Schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstand hier das erste industrielle Zentrum der Mark und noch in den 1980er Jahren gehörte die Region zu den industriellen Schwerpunkten Ostdeutschlands. Das Ende der DDR bedeutete für die Stadt Eberswalde und die hier ansässige Industrie eine tiefe Zäsur. Und noch heute prägen die Transformationsprozesse die Stadt und das gesamte Land.

In Eberswalde gelingt es, dank der engen Vernetzung zwischen Kulturschaffenden und einer vielfältigen Gewerbeszene, das industriekulturelle Erbe wiederzubeleben, Industrie und Kultur zu interessanten, zukunftsorientierten Projekten zu verbinden.

Damit ist Eberswalde ein gutes Beispiel für die Idee des Themenjahres 2021, das kulturelle Impulse setzt und zur Sichtbarkeit cleverer Ideen und nachhaltiger Konzepte beitragen möchte. Denn die Projekte des Themenjahres zeigen, wie kreativ, anpassungsfähig, interdisziplinär und identitätsstiftend die Kulturakteur:innen in Brandenburg wirken können.

Die Vielfalt einer industriell geprägten Stadt

Borsighalle – Familiengarten – Rofin Gewerbepark

Aufgrund der Pandemie bedingten und notwendigen Einschränkungen zum Infektionsschutz können wir nur eine begrenzte Anzahl von Gästen vor Ort besuchen. Wir laden Sie aber herzlich zu einem digitalen Rundgang durch Eberswalde ein. Begleiten Sie Brigitte Faber-Schmidt bei einem Spaziergang von der Borsighalle, einem Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert, über ein industriell geprägtes Areal, das heute eine grüne Oase für die gesamte Familie darstellt, hin zu einem Ort der Transformation, wo Gewerbe, Industrie, Kreativwirtschaft und Kultur einen industriekulturellen Standort mit Leben füllen.

Anlässlich der Eröffnung des Themenjahres Kulturland Brandenburg 2021 „Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung“ sind wir zu Gast in der Stadt Eberswalde, die nicht nur eine Wiege der Industrialisierung in Eberswalde sondern auch ein wunderbares Beispiel für die dynamische Entwicklung und erfolgreiche Transformationsprozesse ist.

Der Film stellt vielfältige Partnerprojekte unterschiedlichster Akteur:innen vor und bietet die Möglichkeit, das industriekulturelle Erbe der Stadt neu zu entdecken, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und interessante Menschen kennenzulernen.

Aber noch besser: Machen Sie sich selbst auf den Weg und erkunden Sie die Stadt und das Finowtal. Der Weg ist kurz.