KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020

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Nach den ersten Phasen der Corona-Pandemie haben die Kultureinrichtungen im Land Brandenburg ihre Türen, wenn auch mit Auflagen und Teilnahmebeschränkungen, langsam wieder geöffnet. Auch das Themenjahr Kulturland Brandenburg 2020 „KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen im Land Brandenburg“ konnte, zum Teil mit etwas Verspätung, starten. Das Programm wird mit einigen Modifikationen wie geplant durchgeführt.

In unserem Online-Kalender halten wir Sie über unser Programm auf dem Laufenden. Wir empfehlen, sich jedoch vor dem Besuch auch auf den Internetseiten unserer Projektpartner über evtl. Zutrittsbegrenzungen oder andere Besonderheiten zu informieren.

Bei Kulturland Brandenburg haben wir die Zeit des Shutdowns und der Einschränkungen genutzt und gemeinsam mit unseren Partnern Videos produziert und weitere digitale Angebote erprobt. Sie geben Ihnen Zuhause einen kleinen Einblick in das vielfältige Programm unseres Themenjahres. Werfen Sie In der Rubrik “Kulturland entdecken” einen Blick hinter die Kulissen und seien Sie gespannt auf das, was noch alles kommt.

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Das Themenjahr »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020«

Der 8. Mai 1945 symbolisiert die »Stunde Null« in der Deutschen Geschichte. Aus der individuellen Erfahrung heraus haben die Menschen in Brandenburg diesen Tag gleichermaßen als »Befreiung« und »Katastrophe« erlebt. Denn wie auch sonst sollten die allerorts anzutreffenden massiven Zerstörungen, die schier endlose Zahl der Opfer, das Maß an Verelendung und die Angst vor der sowjetischen Besatzung auf der einen Seite und die Hoffnung auf Frieden, Freiheit und ein Ende des Nationalsozialismus auf der anderen Seite greifbar werden.

75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nimmt das Themenjahr »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020« die zeithistorische Phase von 1945 bis heute in den Blick und fragt nach den individuellen Erinnerungen und Erfahrungen der Brandenburger*innen. Das Themenjahr 2020 will zum Diskurs über die historische, erinnerungskulturelle und demokratische Entwicklung der vergangenen 75 Jahre anregen.

Kulturland Brandenburg 2020 lädt die Brandenburger*innen und ihre Gäste ein, das kulturelle Erbe und die kulturelle Vielfalt des Landes, aber auch die Zäsuren und Brüche in dessen Geschichte kennenzulernen. Mit zahlreichen Partnern werden künstlerische und kulturelle Projekte an den Schnittstellen zu Wissenschaft, Tourismus und kultureller Bildung präsentiert, die die Auswirkungen der zeitgeschichtlichen Ereignisse des Jahres 1945 auf Land und Leute betrachten. Sie widmen sich den individuellen Lebensschicksalen, den Hinterlassenschaften des Krieges und dem, durch die politischen Neuordnungen bedingten, gesellschaftlichen Wandel in der brandenburgischen Geschichte.

Kulturland Brandenburg 2020 ist damit der Initiative der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gefolgt, die mit dem Ausstellungsprojekt »Potsdamer Konferenz 1945 – die Neuordnung der Welt« im Schloß Cecilienhof die bis heute spürbaren Auswirkungen der aus der Potsdamer Konferenz resultierenden Nachkriegsordnung vermittelt. Denn der Zweite Weltkrieg und seine Folgen haben Europa nachhaltig geprägt.

Eine Programmübersicht finden Sie in unserem Onlinekalender unter »Programm« oder im Jahresprogramm »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg«.

Happy Birthday Brandenburg

Ausstellung im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte

Am 3. Oktober 2020 wird das Bundesland Brandenburg dreißig Jahre alt. Manche schenken Blumen, eine gute Schallplatte oder Schnaps. Das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte feiert den runden Geburtstag mit einer Ausstellung und einem umfangreichen Begleitprogramm. Die Ausstellung “Mensch Brandenburg” lädt ein, das Bundesland neu zu entdecken.

30 Orte und damit verbundene Themen, die das Land seit 1990 geprägt haben, werden in der Ausstellung und auf der Webseite www.menschbrandenburg.de vorgestellt. Die Ausstellungsmacher haben 30 ausgewählte Menschen gebeten, über ihre Arbeit und ihr Engagement in Brandenburg zu sprechen. So entstand eine bunte Karte von Erzählungen und ein Mosaik des historischen und strukturellen Umbruchs bis hinein in die Gegenwart.

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Die Themen der Ausstellung sind beispielsweise die treuhänderische Abwicklung und der Wiederaufbau des Textilstandorts Premnitz, die grenzübergreifenden Projekte in der Eurostadt Guben/Gubin, Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung im Sternenpark Westhavelland, die Rückkehragentur in Finsterwalde oder der Wandel der Landwirtschaft im Barnim und dem Oderbruch.

Mensch Brandenburg! 30 Menschen, 30 Orte, 30 Geschichten

Laufzeit 27. September 2020 – 7. Februar 2021
Eintritt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro
Öffnungszeiten Di + Mi 11-18 Uhr, Do 11-20 Uhr, Fr – So 11-18 Uhr
Ort Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam

Hinweise für Besucher*innen

Das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) freut sich auf Ihren Besuch! Ihre Gesundheit und die der Mitarbeiter*innen liegt dem Haus sehr am Herzen. Bitte beachten Sie, dass im gesamten HBPG ein Mund-Nasenschutz getragen werden muss. Unter Umständen kann es während der Laufzeit der Ausstellung zu Einschränkungen im Veranstaltungs- und Vermittlungsangebot sowie zu Änderungen der Öffnungszeiten und/oder der Anzahl der möglichen Besucher*innen kommen. Bitte informieren Sie sich auf der Website über alle Änderungen oder kontaktieren Sie die Besucherinformation des HBPG.

Telefon 0331 620 85 50
E-Mail kontakt@gesellschaft-kultur-geschichte.de
Website www.menschbrandenburg.de

Bildquelle Braunkohletagebau Welzow-Süd in der Niederlausitz, Landkreis Spree-Neiße © BKG, Foto: Sven Gatter

Früher Sperrzone – heute Ausflugsziel

Instagram-Fotoausstellung in der SteinTherme Bad Belzig

Im Fläming können sich Besucher*innen heutzutage vielerorts auf die Spuren der deutschen Nachkriegszeit begeben. Früher waren diese Plätze Sperrzonen, zu denen nur das Militär Zugang hatte. Erst nach 1994, dem Jahr des Abzugs der russischen Armee, wurden diese Areale für die Zivilgesellschaft wieder zugänglich. Heute sind einige davon in unterschiedlichem Grad auch touristisch erschlossen. Dazu zählen zum Beispiel das Wildgehege Glauer Tal, die Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf-Waldstadt oder der Baumkronenpfad in Beelitz-Heilstätten – drei von neun Orten, die auch in der Ausstellung sowie online unter www.flaeming-ausstellung.de gezeigt werden.

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Das Besondere an der Ausstellung: Sie zeigt Lieblingsorte und Blickwinkel von Menschen, die selbst aus dem Fläming kommen oder dort leben. Bereits seit drei Jahren berichten die sogenannten #Flämingbotschafter auf der Social Media-Plattform Instagram aus ihrer Nachbarschaft. Mit ihren Motiven und Tipps regen sie die Community dazu an, die Region Fläming zu entdecken und zu erleben. „Mit der Ausstellung möchten wir dies nun auch analog möglich machen. Sie ist eine besondere Form, um digitales Marketing der Reiseregion Fläming in das echte Leben zu holen und dabei beide Ebenen miteinander zu verzahnen“, so Daniel Sebastian Menzel, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Fläming e.V.

Die Fotografien werden von einer Broschüre begleitet, die weitere Informationen und Hintergründe zu den portraitierten Orten bereitstellt. Außerdem gibt es vor Ort zwölf verschiedene Postkarten mit Ausstellungsmotiven, die auf die Orte und #Flämingbotschafter hinweisen. „So können Begeisterte gleich eine Ansichtskarte mit Ausflugstipp an ihre Bekannten und Familien versenden.“, fügt Daniel Sebastian Menzel hinzu.

Früher Sperrzone – heute Ausflugsziel

Eröffnung 24. September 2020, 18.30 Uhr
Laufzeit 25. September — 2. November 2020
Eintritt frei
Öffnungszeiten täglich 9 — 22 Uhr
Ort SteinTherme Bad Belzig, Am Kurpark 15, 14806 Bad Belzig

weitere Orte

Die Ausstellung wird im Anschluss an zwei weiteren Orten gezeigt.

Laufzeit 4. November — 2. Dezember 2020
Eintritt frei
Öffnungszeiten täglich 9 — 16 Uhr
Ort NaturParkZentrum am Wildgehege Glauer Tal
Glauer Tal 1, 14959 Trebbin OT Blankensee

Laufzeit 4. Dezember 2020 — 15. Januar 2021
Eintritt frei
Öffnungszeiten Di 10 — 17 Uhr, Mi 13 — 17 Uhr,
Do, 13 — 18 Uhr, Fr + Sa 10 — 13 Uhr
Ort Stadtbibliothek im Kulturquartier Mönchenkloster Mönchenkirchplatz 4, 14913 Jüterbog

Hinweise für Besucher*innen

Aufgrund der jeweils aktuell geltenden Gesetzeslage kann es zu besonderen Anforderungen oder auch Einschränkungen für Besucherinnen, wie z.B. der Begrenzung der Anzahl der Teilnehmer*innen oder das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes, kommen. Es wird empfohlen, sich vor dem Besuch auf der Internetseite des Veranstalters über eventuelle Zutrittsbegrenzungen oder andere Besonderheiten zu informieren.

Telefon 033204 628 70
E-Mail info@reiseregion-flaeming.de
Web www.reiseregion-flaeming.de

Bildquelle Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten, Foto: © Ivonne Mikowski

OST.SÜD. Frank Gaudlitz Fotografien 1986-2020

Ausstellung im Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte

Erstmals würdigt das Potsdam Museum in retrospektiver Form das fotografische Werk des Potsdamer Fotografen Frank Gaudlitz. Die Ausstellung folgt der Intuition des Künstlers über einen Zeitraum von 34 Jahren sowie unter unterschiedlichen Herausforderungen von Potsdam ausgehend in die verschiedenen Erdteile – von Ost nach Süd.

Die Arbeit des an der Leipziger Hochschule ausgebildeten Künstlers ist durch einen kosmopolitischen Blick und eine unkoventionelle und kritische Sicht auf die Gegenwart gekennzeichnet. Mit enormem Gespür für das Menschliche zeichnet er in sowjetischen Kasernen in der Jägervorstadt, in Karmpnitz und später in ganz Brandenburg die Gefühlswelt der abziehenden russischen Soldaten nach.

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Die Spannweite des Ausstellungstitel umfasst unter “Ost” auch die Beobachtung des politischen und gesellschaftlichen Zusammenbruchs der Sowjetunion und mündet in ein Porträt zur Osterweiterung der Europäischen Union.

Frank Gaudlitz diverse fotografische Expeditionen auf den südamerikanischen Kontinent sind unter dem Titel “Süd” vereinigt. Die Ausstellung folgt dem Fotografen von La Paz in Bolivien, auf den Spuren Alexander von Humboldts über die Anden bis in das Amamzonas Gebiet. Auch dort richtet er seinen Fokus immer auf die Menschen, ihre Lebenswelten und auf die Landschaften, die das menschliche Dasein bestimmen. Die besondere Faszination dieser Werkschau liegt in der Konzentration der fotografischen Serien, denen die Besucher*innen in der Ausstellung erstmals in Form eines vergleichenden Sehens begegnen.

OST.SÜD. Frank Gaudlitz Fotografien 1986-2020

Laufzeit 26. September 2020 – 31. Januar 2021
Eintritt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro
Öffnungszeiten Di – So 12-18 Uhr
Ort Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte
Am Alten Markt 9, 14467 Potsdam

Hinweise für Besucher*innen

Aufgrund der jeweils aktuell geltenden Gesetzeslage kann es zu besonderen Anforderungen oder auch Einschränkungen für Besucherinnen, wie z.B. der Begrenzung der Anzahl der Teilnehmer*innen oder das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes, kommen. Es wird empfohlen, sich vor dem Besuch auf der Internetseite des Veranstalters über eventuelle Zutrittsbegrenzungen oder andere Besonderheiten zu informieren.

Telefon 0331 289 68 68
Mail museum-geschichte@rathaus.potsdam.de
Website www.potsdam-museum.de

Kalter Krieg in der Provinz

Ausstellung im Niederlausitz-Museum Luckau

Der Begriff „Kalter Krieg“ weckt zuallererst Erinnerungen an das amerikanisch-sowjetische Wettrüsten, an die Aufteilung der Welt in zwei „Blöcke“, an die Kubakrise und den Vietnamkrieg und natürlich an den Bau der Berliner Mauer. Mit dem Auseinanderbrechen der Anti-Hitler-Koalition nach dem Zweiten Weltkriega waren die grundlegenden Voraussetzungen für die Spaltung Deutschlands und die Entstehung der Deutschen Demokratischen Republik geschaffen worden.

Von den großen weltpolitischen Ereignissen waren aber auch kleinere Orte wie Luckau in der Niederlausitz unmittelbar betroffen. Auch hier hörten Menschen die “Propaganda vom imperialistischen Klassenfeind“ im Radio, auch hier wurde die Angst vor einem „heißen Krieg“ geschürt.

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Die Ausstellung im Niederlausitz-Museum Luckau zeigt anhand verschiedener Themenfelder, wie sich der Kalte Krieg in Luckau niederschlug: Alltägliche Propagandafeldzüge gegen den Westen, insbesondere gegen die Bundesrepublik Deutschland in Form von Broschüren, Plakaten und Zeitungsartikeln, die Einführung des Wehrunterrichts in der Schule und die Übungen zur Zivilverteidigung bis hin zur Schaffung eines „neuen“ Feindbildes trugen erheblich zur Verschärfung des Kalten Krieges in der Provinz bei.

Die Ausstellung zeigt herausragende Einzelereignisse, wie den „Luckauer Krieg“ von 1953, einer sogenannten Großfahndung nach den tschechischen Mašín-Brüdern, die über die DDR nach West-Berlin fliehen wollten.

Kalter Krieg in der Provinz – Luckau zwischen den Fronten

Eröffnung 20. September 2020, 14.30 Uhr
Laufzeit 22. September 2020 – 21. Februar 2021
Eintritt frei
Ort Niederlausitz-Museum Luckau
Nonnengasse 1, 15926 Luckau

Hinweise für Besucher*innen

Aufgrund der jeweils aktuell geltenden Gesetzeslage kann es zu besonderen Anforderungen oder auch Einschränkungen für Besucherinnen, wie z.B. der Begrenzung der Anzahl der Teilnehmer*innen oder das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes, kommen. Es wird empfohlen, sich vor dem Besuch auf der Internetseite des Veranstalters über eventuelle Zutrittsbegrenzungen oder andere Besonderheiten zu informieren.

Telefon 03544 557 07 90
E-Mail museum@luckau.de
Web www.niederlausitzmuseum-luckau.de

Bildquelle Kampfgruppenschutzausbildung in Luckau, Ende 1960er © Niederlausitz-Museum Luckau

Strecke

Ausstellung zur Königlichen Militär-Eisenbahn in Jüterborg

Vor 145 Jahren wurde die Strecke der Königlich-Preußischen Militär-Eisenbahn feierlich eröffnet. Sie verband den damaligen Militärbahnhof in Berlin-Schöneberg mit dem neuen Artillerieschießplatz in Kummersdorf. Später wurde die Strecke bis Jüterborg erweitert. Sie verband wichtige Truppenübungsplätze, militärische Testgelände und während des Ersten Weltkrieges auch Kriegsgefangenenlager mit der Reichshauptstadt Berlin.

Die Königliche Militär-Eisenbahn war nicht nur für den Raum Zossen ein Motor der Entwicklung. So testeten die AEG und Siemens elektrische Schienenfahrzeuge. 1903 wurde mit einem Versuchtriebwagen sogar ein neuer Weltrekord aufgestellt.

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Nach dem Ersten Weltkrieg war es dem Deutschen Reich laut Versailler Vertrag verboten, die Militär-Eisenbahn weiter zu nutzen. Gleise wurden demontiert, Testgelände und Truppenübungsplätze geschlossen. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten wurden die Gelände nicht nur reaktiviert sondern auch umfangreich erweitert. Bis 1936 testete Wernher von Braun Raketentriebwerke, die später im Luftkrieg über England tausenden Menschen das Leben kostete.

Die Ausstellung “Strecke” wirft einen Blick auf die Geschichte der ehem. Königlichen Militär-Eisenbahn und der zahlriechen militärisch genutzten Orte an der Strecke, vom Truppenstandort in Schöneberg bis zum Linienende in Jüterbog. Dabei werden die militärischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen, die die Strecke auf die anliegenden Orte und Gemeinden hatte, in den Blick genommen. In kurzen Exkursen wird ebenfalls gezeigt, welche Bedeutung die Strecke und ihre Betreiberin – die Eisenbahnbrigade – für die Bahnentwicklung und die Kolonialpolitik des Deutschen Reiches hatte.

Die Ausstellung im Museum im Mönchenkloster Jüterbog ist eine Kooperation mit dem Museum des Teltow.

Strecke – Eine Ausstellung zur Königlichen Militär-Eisenbahn

Eröffnung 12. September 2020, 15 Uhr
Laufzeit 13. September — 15. Oktober 2020
Eintritt 3 Euro
Öffnungszeiten Di — So 13 — 17 Uhr
Ort Museum im Mönchenkloster
Mönchenkirchplatz 4, 14913 Jüterbog

Hinweis: Aufgrund der jeweils aktuell geltenden Gesetzeslage kann es zu besonderen Anforderungen oder auch Einschränkungen für Besucher*innen, wie z.B. der Begrenzung der Anzahl der Teilnehmer*innen oder das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes, kommen. Es wird empfohlen, sich vor dem Besuch auf der Internetseite des Veranstalters über evtl. Zutrittsbegrenzungen oder andere Besonderheiten zu informieren.

Telefon 03344 333 911
E-Mail museen@jueterbog.de
Web www.jueterbog.eu/museum

Bildquelle Postkarte des Bahnhofs Rehagen-Clausdorf an der Strecke der Königlichen Militär-Eisenbahn, um 1905 © Museum des Teltow, Wünsdorf

Little Boy

Eine Videoperformance zur Sprachlosigkeit der Ambivalenz

Während der Zweite Weltkrieg in Europa bereits am 8. Mai 1945 mit der Kapitulation NS-Deutschlands endete, wurde im pazifischen Raum noch erbittert gekämpft. Die U.S.A. scheute den verlustreichen Angriff der japanischen Inseln und entschied sich für den Abwurf einer neuen Superwaffe: Am 6. August 1945 fiel die erste Atombombe auf die japanische Stadt Hiroshima.

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75 Jahre nach dem ersten Atombombenabwurf auf eine japanische Stadt erinnerten das Waschhaus Potsdam, die Oxymoron Dance Company, die Kammerakademie Potsdam, die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und Kulturland Brandenburg mit einer Veranstaltung an dem Ort, an dem der amerikanische Präsident Harry S. Truman den Abwurf der Massenvernichtungswaffe bestätigte. Der Wohnsitz der amerikanischen Delegation der Potsdamer Konferenz befand sich in Potsdam-Babelsberg nahe des heutigen S-Bahnhofs Griebnitzsee.

Etwa 200.000 Menschen starben entweder sofort oder an den Folgen der beiden Atombombenexplosionen über Hiroshima und Nagasaki. Dabei

Im Rahmen der Veranstaltung diskutierten Experten über die Folgen des Atombombenabwurfs und die Bedeutung ihrer Existenz bis heute. Das oben gezeigte Video der Künstlerin Cécile Wesolowski, dessen Enstehung von Kulturland Brandenburg gefördert wurde, startet den Versuch das Unaussprechliche zu verbalisieren: Der Einsatz der Massenvernichtungswaffe gilt noch immer als Startschuss für eine bis heute andauernde internationale Phase des Friedens.

Im Schatten der Erinnerung

Tagung in Eisenhüttenstadt

Am 11. September 2020 erinnert das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eissenhüttenstadt an die in deutschem Gewahrsam umgekommenen sowjetischen Kriegsgefangenen.

Zwischen 1941 und 1945 kamen etwa drei Millionen Rotarmisten in deutscher Kriegsgefangenschaft durch systematisches Aushungern, Zwangsarbeit und Massenmord ums Leben. Sowjetische Kriegsgefangene waren nach den europäischen Juden die zweitgrößte Opfergruppe der NS-Vernichtungspolitik. Gleichwohl wurde in der Zeit des Kalten Krieges in Ost wie West nur sehr selten an ihr Schicksal erinnert.

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Die Geschichtspolitik der Sowjetunion und der DDR propagierte ausschließlich das ruhmreiche Bild der heldenhaften Sieger des „Großen Vaterländischen Krieges“. Kriegsgefangene Rotarmisten – ob tot oder lebendig – galten in der stalinistischen Sowjetunion als schändliche und feige „Landesverräter“. Wer überlebte, wurde nach Rückkehr in die Heimat entsprechend abgeurteilt, in den Gulag deportiert und damit aus der Erinnerung gelöscht. In der Bundesrepublik Deutschland wiederum galt die Sowjetunion als feindliche Macht und der Bolschewismus als fortbestehende Bedrohung der westlichen Welt. Ein Gedenken an sowjetische Opfer war deshalb unerwünscht, wie über die Verbrechen der Wehrmacht insgesamt lange geschwiegen wurde. Erst zum Ende der 1980er Jahre öffneten sich die ritualisierten Gedenkkulturen in Ost wie West. Dank zivilgesellschaftlicher Initiativen gibt es inzwischen vielerorts konkrete und lebendige Formen des Erinnerns.

Die Tagung diskutiert mit namhaften Historiker*innen die Frage, wie heute in Eisenhüttenstadt der sowjetischen Kriegsgefangenen würdig gedacht werden kann. Hier ruhen am Platz des Gedenkens die sterblichen Überreste von etwa 4.100 Rotarmisten, die im nur zwei Kilometer entfernten Kriegsgefangenenlager STALAG III B ums Leben gekommen waren. Die Toten waren 1951 anonym beigesetzt worden. Zukünftig sollen ihre Namen auf Erinnerungstafeln genannt werden.

Im Schatten der Erinnerung

Termin 11. September 2020, 10 bis 17 Uhr
Ort der Tagung Rathaus Eisenhüttenstadt, Saal der Stadtverordnetenversammlung
Zentraler Platz 1, 15890 Eisenhüttenstadt

Download des ausführlichen Tagungsprogramms

Die Tagung wird vom Dokumentationszentraum Alltagskultur der DDR organisiert und ist eine Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Kunst der Erinnerung. Krieg, Befreiung, Freundschaft in Bildern aus dem Kunstarchiv Beeskow“, die noch bis zum 20. September 2020 im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR (Erich-Weinert-Allee 3, 15890 Eisenhüttenstadt) gezeigt wird.

Wegen des begrenzten Platzangebots ist die Teilnahme ausschließlich für angemeldete Gäste möglich.

Telefon 03364 417 355
Mail info@alltagskultur-ddr.de
Web www.alltagskultur-ddr.de

Bildunterschrift Platz des Gedenkens, ehemaliger Platz der deutsch-sowjetischen Freundschaft in Eisenhüttenstadt, 2019, Foto: © Peter Kaminsky (Wikimedia Commons)