Warum eigentlich Fontane?

Die Fachhochschule Potsdam präsentiert das Ergebnis eines interdisziplinären Lehrprojektes
zur Visualisierung und Vermittlung von Literatur in Neuruppin

Neuruppin, 11. Mai bis 6. Juli 2019

Studierende der Fachhochschule Potsdam interpretieren Werke von Theodor Fontane, Foto: Albina Maks

Welche Jubiläen sind in unserer modernen Gesellschaft noch von Relevanz? Kultur- und Gestaltungsarbeit hat es häufig mit Daten und Jahrestag zu tun. Die Geburtstage bedeutender Persönlichkeiten gehören mit zu den beliebtesten Gründen für eine Rückschau. Doch heute zeigt sich immer öfter, dass solche Feiern an der jüngeren Generation unbeachtet vorüberziehen. Was also anfangen mit Theodor Fontane anlässlich seines 200. Geburtstags?

In einem interdisziplinär angelegten Projekt des forschenden Lernens sind der Studiengang Kulturarbeit und der Fachbereich Design der Fachhochschule Potsdam über zwei Semester der Frage nachgegangen, was die Generation der heute Studierenden an dem Autor Fontane interessieren könnte, was sie an ihm relevant finden und warum es sich lohnen könnte, ihn zu lesen. Als Resultat haben die Studierenden zum Fontanejahr 2019 eigene Ansätze für seine Vermittlung entwickelt. Die Projekte stellen unterschiedliche Fragen an das Werk des Autors in drei Schwerpunkten: Wie haben sich das LESEN und die Bedürfnisse junger Leser*innen verändert und welche Formate können diesen gerecht werden? Wie werden die Rollenbilder und zwischenmenschlichen BEZIEHUNGEN bei Fontane verhandelt und wo werden Kontinuitäten bis in die heutige Zeit sichtbar? Welche Bedeutung hat HEIMAT bei Fontane?

Ausstellung »Warum eigentlich Fontane?«

Eröffnung 11. Mai 2019, 14 Uhr
Laufzeit 11. Mai – 6. Juli 2019
Uhrzeit Mi – Sa 12 – 18 Uhr
Eintritt frei

Ort Der Kiosk, Schinkelstraße, Ecke Karl-Marx-Straße, 16816 Fontanestadt Neuruppin

Im Anschluss zieht die Ausstellung weiter nach Potsdam und wird ab dem 11. Juli im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte gezeigt.

Der Zweite Weltkrieg und die Folgen in Brandenburg

Die Ausschreibung zum Themenjahr Kulturland Brandenburg 2020 ist online.
Projekteinreichungen sind bis zum 30. Juni können Projektideen möglich.

»Der Sieger«, Fotomontage mit einem sowjetischen Soldaten vor dem zerstörten Potsdamer Stadtschloss und dem Turm der Garnisonkirche im Hintergrund, 1945, Foto: © bpk-Bildagentur

Der 8. Mai 1945 symbolisiert die »Stunde Null« in der Deutschen Geschichte. Aus der individuellen Erfahrung heraus haben die Menschen in Brandenburg diesen Tag gleichermaßen als »Katastrophe« und »Befreiung« erlebt. Denn wie auch sonst sollten die allerorts anzutreffenden massiven Zerstörungen, die schier endlose Zahl der Opfer, das Maß an Verelendung und die Angst vor der russischen Besatzung auf der einen Seite und die Hoffnung auf Frieden, Freiheit und ein Ende des Nationalsozialismus greifbar werden.

75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges greift Kulturland Brandenburg mit dem Themenjahr 2020 »KRIEG & FRIEDEN« die Initiative der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg auf, die mit dem Ausstellungsprojekt »Potsdamer Konferenz 1945 – die Neuordnung der Welt« im Schloß Cecilienhof die bis heute spürbaren Auswirkungen der aus der Potsdamer Konferenz resultierenden Nachkriegsordnung vermitteln wird.

Dabei nimmt Kulturland Brandenburg die zeithistorische Phase von 1945 bis heute in den Blick und fragt nach den individuellen Erinnerungen und Erfahrungen der Brandenburger*innen. Das Themenjahr 2020 soll zum Diskurs über die historische, erinnerungskulturelle und demokratische Entwicklung der vergangenen 75 Jahre in Brandenburg anregen.

Im Sinne einer zeitnahen Projektplanung werden alle Antragsteller gebeten, Projektideen bis spätestens zum 30. Juni 2019 in der Geschäftsstelle der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg, oder per Mail an folgende Adressen einzureichen:

b.faber@gesellschaft-kultur-geschichte.de
c.mueller-lorenz@gesellschaft-kultur-geschichte.de

Die komplette Ausschreibung und das Konzept zum Themenjahr Kulturland Brandenburg 2020 »Krieg & Frieden. 1945 und die Folgen« finden Sie hier.

Das Land Brandenburg feiert Theodor Fontane

fontane.200 feierte am 30. März in Neuruppin große Eröffnung
mit dabei waren Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
und 
Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke

Der Ministerpräsident, Dr. Dietmar Woidke, der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender beim Besuch der Leitausstellung fontane.200/Autor im Museum Neuruppin, Foto: Andreas Kunow © www.fontanestadt.de

»Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.« Mit diesen Worten begann Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seine Eröffnungsrede am 30. März in der Kulturkirche Neuruppin.
Jeder kennt diesen Satz aus der Arzneimittelwerbung. Unersetzlich ist der Hinweis auf das persönliche Gespräch zwischen dem Kranken und demjenigen, der ihm helfen kann. Als Apotheker kannte Theodor Fontane die Bedeutung des persönlichen Gesprächs und er ließ es in seine Werke einfließen. Man könnte sogar meinen, dass sein letztes Werk »Der Stechlin« nichts anderes ist, als ein langes Gespräch.

Nun wollte Bundespräsident Steinmeier kein neues Medikament bewerben. Mit inspirierenden Worten beschrieb er, wie bedeutend die Werke Theodor Fontanes noch heute sind, welche Aktualität sie haben und wie er die Identität des Landes Brandenburg bis heute prägt. Und so formulierte Bundespräsident Steinmeier treffend: »Seine Romane und Gedichte werden bis heute gelesen – und ich füge hinzu: freiwillig, nicht nur als verpflichtende Schullektüre.«

Die Rede des Bundespräsidenten können Sie hier gern nachlesen.