Kulturland Brandenburg

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salon spécial

Brandenburgische Künstlerinnen lesen historische und zeitgenössische Texte

"salon spécial" am 23.11.2010 in PotsdamAm 23. November 2010 fand im Café der fabrik Potsdam ein "salon spécial" statt. In entspannter Atmosphäre lasen namhafte Brandenburgische Künstlerinnen historische und zeitgenössische Texte. Dabei konnten die Gäste - wie schon im ganze Themenjahr - vielfältige Fauenpersönlichkeiten - real und fiktional - entdecken.




Christine Anlauff beim "salon spécial"Christine Anlauff stellte Auszüge aus ihrem Buch "Die Äpfel der Schmiels" vor, das demnächst bei Aufbau erscheinen soll. Darin geraten Großvater Albrecht und Enkel Martin aneinander, weil der eine nicht mehr kann und der andere nicht mehr will. Der 28-jährigen fragt den Alten immer wieder, "wie es nun weiter gehen soll". Doch dieser hat keine passende Antwort. Eine Selbstmordmaschine soll die Lösung bringen.



Julia Schoch beim "salon spécial"Julia Schoch verbrachte einen Monat in einem Frauenkloster in Niedersachsen und berichtet in dem vorgestellten Essay "Ich, Bewohnerin einer Zwischenzeit" aus dem Sammelband "Poesie und Stille" von einer Zeit der andächtigen Ruhe und Rückschau. Sie, die als Ostdeutsche mit "Bauten der Zukunft" aufgewachsen ist, in einer Zeit, in der es immer "nur vorwärts" hieß, besinnt sich im Kloster auf die Geschichte: das erwürdige Gemäuer des Klsters erzählt ganz eigene Geschichten, die der Mensch und besonders der Schriftsteller mit Phanatasie versucht einzufangen und nachzuerzählen, wobei vieles aus der Geschichte dem Vergessen anheim fällt.

 

Annett Gröschner beim"salon spécial"Die Berliner Autorin Annett Gröschner stellte zwei Texte an diesem Abend vor: Erstens Ausschnitte aus ihrer Forschungsarbeit "Die Frauen von Wiepersdorf". Die dort lebenden Frauen, und es sind fast nur noch Frauen vor Ort, sind die eigentlichen Schlossherinnen. "Sie sind nicht auf den Mund gefallen und sehen auch mit 80 noch aus wie 70. Die Männer sieht man kaum auf der Straße", heißt es im Text. Zweitens präsentierte Gröschner Interviewsequenzen mit Frauen vom Prenzlauer Berg "0 mal x mal 49 frauen – eine nummernrevue unerhörter stimmen". Diese kurzen, meist nur einsätzigen Zitate haben in ihrer Alltäglichkeit eine gewaltige Aussagekraft, lassen den Zuhörer schaudern und schmunzeln zugleich.


Heidemarie HöltersHeidemarie Hölters las Gedichte von Gertrud Kolmar. Der bedeutenden deutschsprachigen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts, die lange Zeit in Vergessenheit geraten war, wurde vor wenigen Wochen im Rahmen des Kulturlandjahres im Museum Falkensee ein Rosengarten gewidmet. Ihre eindrucksvollen und ausdrucksstarken Gedichte sind geprägt von einer tiefen Sehnsucht nach Leben und ebenso von einer Todesahnung. Schon in einem frühen Gedicht von 1917 heißt es: "Ich weiß es/ Plage steht am Wege, den ich schreiten will. / Not steht an dem Wege, den ich schreiten will, / Tod steht an dem Wege, den ich schreiten will, ..."



Cathrin Pfeiffer am AkkordeonMusikalisch führte Cathrin Pfeiffer durch den Abend. Die Virtuosin am Akkordeon stellte selbst komponierte Stücke vor, in denen man eine musikalische Kosmopolitin voller Lebenslust, Poesie, Offenheit und stilistischer Überraschungen erkennt.




"salon spécial" am 23.11.2010 in PotsdamDie Veranstaltung war eingebettet in das Projekt "Salonkultur. Heute und gestern" des Autonomen Frauenzentrums Potsdam, das im Rahmen des Themenjahres Kulturland Brandenburg 2010 "Mut & Anmut. Frauen in Brandenburg - Preußen" stattfindet. Die Moderatorinnen des Abends waren Brigitte Faber-Schmidt und Prof. Dr. Elke Liebs.

Ein Projekt in Kooperation mit dem Literaturladen Wist und dem Autonomen Frauenzentrum Potsdam.



Brigitte Faber-Schmidt beim "salon spécial"Prof. Dr. Elke Liebs beim "salon spécial"





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