Ausstellungseröffnung
„Malerinnen des Havellandes um 1900“ in Ferch
Am Samstag, 24. Juli 2010, wurde unter großem Besucherandrang im Museum der Havelländischen Malerkolonie in Ferch die Ausstellung „Malerinnen des Havellandes um 1900“ eröffnet, die verschiedene Werke heute fast vergessener Künstlerinnen einer breiten Öffentlichkeit vorstellt.
Die Bürgermeisterin der Gemeinde Schwielowsee, Kerstin Hoppe, und die Geschäftsführerin und Vorstandsvorsitzende von Kulturland Brandenburg, Brigitte Faber-Schmidt, hoben in ihren Grußworten besonders das ehrenamtliche Engagement der MitarbeiterInnen des Fördervereins des Museums hervor. "Mit dieser Ausstellung dokumentiere das Museum wieder einmal sein Potential und seine besondere Handschrift", so Faber. Sehr erfreulich sei, dass diese Ausstellung auch eine Weiterentwicklung in der erfolgreichen Kooperation zwischen dem Museum der Havelländischen Malerkolonie und Kulturland Brandenburg darstelle.
Die Schau präsentiert Arbeiten von fünfzehn, heute fast vergessenen Künstlerinnen, die in Ferch und der näheren Umgebung wie Flottstelle, Caputh, Wilhelmshorst, Rehbrücke oder Blankensee tätig und der Region sehr verbunden waren. Eine Bildabfolge von der Gründerzeit bis kurz nach dem ersten Weltkrieg zeigt anhand von rund dreißig Landschaftsgemälden einen repräsentativen Querschnitt der unterschiedlichen künstlerischen Stile und damit auch den Aufbruch von der Tradition zur Moderne.
Die Spannweite der Auseinandersetzung mit dem Phänomen Landschaft reicht von der Malerei in der Nachfolge der Barbizon-Schule einer Violet de Chevalier bis zu impressionistischen Landschaften von überraschender Leichtigkeit von Sella Hasse, von der Suche nach unverfälschter Natur in Bildern von Gertrud Stechow und Helene von Winterfeld bis zu spätimpressionistischen Bildern von Magda Langenstraß-Uhlig.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, in dem nicht nur die Lebensdaten und die Lebensgeschichten der Künstlerinnen aufgezeigt werden, sondern auch die spezifischen Probleme, mit denen sich Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts konfrontiert sahen, wenn sie den Wunsch äußerten, Malerin zu werden. Denn nach zu der Zeit gängigen Vorstellung waren Geist und Genialität allein ein Privileg von Männern. So äußerte sich etwa der Karikaturist Bruno Paul 1901 zum Thema "Malweiber": "..., es gibt nur zwei Arten von Malerinnen. Die einen möchten heiraten, und die anderen haben auch kein Talent."
Parallel zur Ausstellung findet im Fercher Museum ein umfangreiches Begleitprogramm statt.
Zeitraum: 25. Juli bis 31. Oktober, Mittwoch bis Sonntag, 11.00 - 17.00 Uhr
Ort: Museum der Havelländischen Malerkolonie, Beelitzer Str. 1, 14548 Schwielowsee/OT Ferch




