„‘Das schönste Konzentrationslager Deutschlands‘ (Lagerarchitekt Bernhard Kuiper). Vom KZ Esterwegen zum KZ Sachsenhausen“

Ausstellungseröffnung
22. November 2015
Oranienburg

Blick auf den D-Turm des KZ Sachsenhausen, 1937, Foto: FSB Archiv Moskau / GuMS OranienburgAm Sonntag, 22. November 2015, wurde die Ausstellung „‘Das schönste Konzentrationslager Deutschlands‘ (Lagerarchitekt Bernhard Kuiper). Vom KZ Esterwegen zum KZ Sachsenhausen“ in der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg eröffnet.
Während das KZ Sachsenhausen für den polnischen Schriftsteller Andrzej Szczypiorski, der als Jugendlicher dorthin verschleppt wurde, „die Landschaft meiner bösen Träume“ war, rühmte der „Lagerarchitekt“ Bernhard Kuiper es als „das modernste, schönste und größte Lager seiner Art im deutschen Reiche“. Dieses Spannungsverhältnis ist Thema der Sonderausstellung.

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Sie zeigt am Beispiel der von dem SS-Architekten Bernhard Kuiper entworfenen Konzentrationslager Esterwegen und Sachsenhausen die Verwandlung von Naturlandschaften in Stätten von Terror und Mord.

Vor dem Hintergrund der im 19. Jahrhundert beginnenden Geschichte des Lagers als provisorisches Massenquartier für unterschiedlichste Nutzer, wie zum Beispiel die Pfadfinder, zeigt die Ausstellung anhand von Plänen, Fotos, Objekten und Modellen die Planungen und den Aufbau der Konzentrationslager Esterwegen und Sachsenhausen sowie die Biografie des „Lagerarchitekten“ Bernhard Kuiper, der nach 1945 als freier Architekt in Leer tätig war und 1988 starb. Gezeigt wird auch, wie die Häftlinge den Aufbau der Lager erlebten, die unter dem brutalen Arbeitstempo und dem Terror der SS litten.

Ab 1934 gestaltete der 27-jährige Kuiper das KZ Esterwegen, wo Häftlinge die emsländischen Moorlandschaften kultivieren mussten, vollständig um. Nach seinen Entwürfen mussten die Häftlinge unter anderem einen Park mit Blockhütte, ein Schwimmbad und ein repräsentatives Haupttor errichten. 1936 wurde der „Lagerarchitekt“, wie er sich selbst nannte, mit den Pla-nungen für ein neues Musterlager bei Berlin betraut. Am Stadtrand von Oranienburg entwickelte Kuiper auf einem als Naherholungsgebiet genutzten Forstgelände das KZ Sachsen-hausen als „Ideal-Lager“, zu dem auch Kasernen und Siedlungshäuser für die SS gehörten.

Ablauf
Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Grußworte
Dr. Andrea Kaltofen, Geschäftsführerin der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen
Martin Gorholt, Staatssekretär des Ministeriums für Wissenschaft Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Eine Ausstellung der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen in Kooperation mit der Gedenkstätte Esterwegen im Rahmen des Themenjahres Kulturland Brandenburg „gestalten – nutzen – bewahren. Landschaft im Wandel“.

Eröffnung: Sonntag, 22. November 2015, 14.00 Uhr
Zeitraum: 24. November 2015 – 22. Mai 2016
Ort: Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Neues Museum (rechter Flügel), Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg
Öffnungszeiten: Di bis So 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr
Information: Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Dr. Horst Seferens, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 03301-810920
E-Mail: seferens@stiftung-bg.de