Hachschara in Brandenburg

„Auf den Spuren jüdischer Widerständigkeit“
Aktionstag und Ausstellung in Fürstenwalde
Eröffnung, 9. November 2018, 17.00 Uhr

Foto: © Institut für Neue Soziale Plastik

In Kooperation mit der Amadeu-Antonio-Stiftung erinnert das Institut für Neue Soziale Plastik am 9. November 2018 – 80 Jahre nach den Novemberpogromen 1938 – an einen bis heute fast vergessenen Teil der deutsch-jüdischen Geschichte.  Die Geschichte der jüdischen Hachschara-Bewegung in Brandenburg vor und während der NS-Zeit ist die inspirierende Geschichte von Widerständigkeit einer ausgegrenzten und verfolgten Minderheit. Am 80. Jahrestag der Reichspogromnacht wird sie in den Bildern einer neu eröffneten Ausstellung, in Texten von Mitgliedern der Hachschara-Bewegung und in Gesprächen mit Nachfahren von Überlebenden des Holocaust neubelebt. Dabei entsteht ein temporärer Erinnerungsraum, in dem am 9. November 2018 auch ein Vernetzungstreffen für Initiativen und Einzelpersonen stattfinden wird, die sich mit den Spuren der Hachschara in Brandenburg befassen. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“ und der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus 2018 statt.

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Programm am 9. November 2018

17.00 Uhr
Eröffnung des „Raums für Erinnerungen“
Kunstgalerie Altes Rathaus, Am Markt 1, 15517 Fürstenwalde

Begrüßung und Einführung
Benno Plassmann, Institut für Neue Soziale Plastik

Grußworte
Dr. Petra Haustein, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg
Florian Eisheuer, Fachreferent für Antisemitismus der Amadeu-Antonio-Stiftung

Lesung und Vortrag
Allegra Silbiger, „Wer hätte das geglaubt?“, Lesung aus Texten von Überlebenden der Hachschara-Bewegung
Pfarrer Dr. Ulrich Schwemer, „Begegnungen, die zu einem Buch führten“, Vortrag
Yoav Gad, „Meine Eltern und die Hachschara“, Vortrag

 

18.00 Uhr
Andacht zum Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome 1938
Dom St. Marien Fürstenwalde

 

18.30 Uhr
Eröffnung der Foto-Ausstellung „Hachschara in Brandenburg“
Museum Fürstenwalde, Domplatz 7, 15517 Fürstenwalde

1936 schenkte Marion Baruch ihrer Schwester ein selbstgestaltetes Buch zur Hochzeit. Kurze Zeit später wanderte die Schwester nach Palästina aus. Marion Baruch gelang die Auswanderung nicht mehr. Sie starb gemeinsam mit ihrem Vater im Ghetto Minsk. 2017 brachte Lior Oren „Marions Buch“ nach über 80 Jahren erneut heraus. Vom 10. bis 30. November können Besucher im Museum Fürstenwalde Bilder aus diesem Buch sowie Fotos der ehemaligen Hachschara-Stätte Gut Neuendorf, die von Etienne Girardet und Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Bernhardinum gemacht wurden, sehen.
Im Anschluss der Ausstellungseröffnung findet ein Vernetzungstreffen zum Thema „Hachschara in Brandenburg“ statt. Alle Besucher sind herzlich eingeladen.

Freie Bauern im Oderbruch

Die installative Ausstellung „Das Erbe der freien Bauern. Freiheit und Unfreiheit der landwirtschaftlichen Existenzform“
ist noch bis zum 2. Dezember 2018 im Museum Altranft zu sehen.

Freie Bauern im Oderbruch – Die Landwirtschaft der Familie Hugo Hildebrand um 1930, Foto: © Archiv Letschiner Heimatstuben

Ein freier Bauer – das ist ein Widerspruch in sich – ist von früh bis spät gebunden, oft in Sorge und hat wenig Urlaub. Dennoch gibt es die Vorstellung von Freiheit in der Bauernschaft. Menschen aus vielen Teilen Europas sind ins Oderbruch gekommen, um als freie Bauern zu leben und noch heute kommen Akteure aus diesem Grunde ins Oderbruch. Im Rahmen des Kulturland-Brandenburg-Themenjahres »wir erben. Europa in Brandenburg – Brandenburg in Europa« betrachtet das Oderbruch Museum Altranft Modelle bäuerlicher Existenz unter dem Gesichtspunkt der Freiheit. Von den ersten Kolonisten bis zu den Neubauern der Nachkriegszeit und den neuen Betriebsformen nach der 1989er Wende reicht der hier vorgestellte Spannungsbogen.

Die Ausstellung ist Teil des Jahresthemas 2018 „Landwirtschaft im Oderbruch“. Neben der  durch Kulturland Brandenburg geförderten Ausstellung „Das Erbe der freien Bauern“ wird auch die Dauerausstellung um Fotografien, audiovisuelle Dokumente und Lesematerial erweitert. Das Oderbruch-Gespinst von Antje Scholz bleibt als zentrales Element erhalten. Als Erweiterung werden hier Strukturen und Bilder der regionalen Landwirtschaft vorgestellt. Welche Betriebsformen finden sich im Oderbruch, wie lassen sich seine Böden charakterisieren? Wie sehen die Landwirte selbst ihren Beruf und wie hat sich die Landschaft unter dem Einfluss der Bewirtschaftung verändert? Die Landwirtschaft bildet damit die zweite Schicht der Dauerausstellung im Oderbruch Museum Altranft.

Laufzeit: 5. Juli – 2. Dezember 2018
Ort: Oderbruch Museum Altranft
Bauernhaus auf dem Berg-Schmidt-Hof
Alte Heerstr. 10, 16259 Bad Freienwalde OT Altranft

Öffnungszeiten: Do-So 11.00 – 17.00 Uhr
Eintritt: 5 €, e
rm. 3 €

 

 

Ein neuer Blick auf die Nachkriegsgeschichte

70 Jahre „Jahr der Heimkehr“ – 20 Jahre „Willkommen in der Heimat“
Eröffnung der Ausstellung in der Gedenk- und Dokumentationsstätte „Opfer politischer Gewaltherrschaft“ in Frankfurt (Oder)
Sonntag, 21. Oktober 2018, 11.00 Uhr

Gleise am ehemaligen Heimkehrerlager Gronenfelde in Frankfurt (Oder), Foto: Karl-Konrad Tschaepe

Die Sonderausstellung erinnert an ein Thema, das für das Land Brandenburg und ganz Deutschland von einschneidender Bedeutung war, und gleichzeitig die Geschichte mehrerer europäischer Länder berührt. Gemeint ist das „Jahr der Heimkehr“ 1948, für das die endgültige Rückkehr sämtlicher deutscher Kriegsgefangener verkündet worden war und in dem das Land Brandenburg neben vielen anderen die gewaltige Aufgabe zu bewältigen hatte, die Rückkehr Hunderttausender zu organisieren.

Der Stadt Frankfurt (Oder) kam dabei eine Schlüsselrolle zu, wurde doch der weit überwiegende Teil der aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft kommenden Heimkehrer – über 1,8 Millionen Menschen – hier in die Freiheit entlassen. Sie betraten in der Oderstadt nach Jahren äußerster Entbehrungen zum ersten Mal wieder deutschen Boden.

Seit 1998 erinnert die Dauerausstellung „Willkommen in der Heimat“ an die Geschichte der Heimkehrer in Frankfurt (Oder). Die Sonderausstellung ergänzt die weiterhin bestehende Dauerausstellung, zieht rückschauend Bilanz und zeigt Perspektiven, wie zukünftig die Themenkomplexe Heimat, Heimkehr, Heimatverlust einerseits und Krieg, Kriegsgefangenschaft, Deportation andererseits in einem europäischen Kontext präsentiert werden sollen. Besondere Aufmerksamkeit soll dabei der Nachbarregion in Polen zuteilwerden, wo im selben Zeitraum nach Sibirien deportierte Polen zurückkehrten und in den vormals deutschen Gebieten heimisch zu werden sowie ein neues Leben zu organisierten hatten. Auf diese Weise soll auf ein in Deutschland bisher wenig bekanntes Thema aufmerksam gemacht und Berührungspunkte der deutsch-polnischen Geschichte offengelegt werden.

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Ausstellung
„70 Jahre ‚Jahr der Heimkehr‘ und 20 Jahre ‚Willkommen in der Heimat‘ in Frankfurt (Oder)“

Termin: Sonntag, 21. Oktober 2018, 11.00 Uhr
Ort: Gedenk- und Dokumentationsstätte „Opfer politischer Gewaltherrschaft“
Collegienstraße 20, 15230 Frankfurt (Oder)
Laufzeit: 22. Oktober 2018 – 13. Januar 2019

Öffnungszeiten: Di & Do 10.00 – 17.00 Uhr sowie nach Absprache
Eintritt: frei, für Führungen wird eine Gebühr abhängig der Personenzahl erhoben

Begrüßung
Dr. Martin Schieck, Leiter des Museums Viadrina

Grußwort
Christian Müller-Lorenz, Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg

Einführung in die Ausstellung
Konrad Tschaepe, Gedenk- und Dokumentationsstätte „Opfer politischer Gewaltherrschaft“