Zinngießer in der Niederlausitz – Ein verschwundenes Handwerk

Ausstellungseröffnung
22.05.2016
Luckau

In der Vormoderne war das Zinngießen ein verbreitetes Handwerk, denn Zinn war ein Werkstoff, der zur Herstellung von einfachen bis höherwertigen Gebrauchsgegenständen verwendet wurde. Obwohl diese mit Formen in großer Stückzahl gegossen werden konnten, blieben sie auf Grund der vielen Arbeitsgänge doch Unikate. Das silbrig glänzende Zinn verlieh ihnen ein kostbares Aussehen.

Viele der erhaltenen Zinngegenstände lassen sich anhand der auf ihnen befindlichen Marken einem Ort und einem Meister zuordnen. So kann man in der Ausstellung auch etwas über Leben und Werdegang ihrer Schöpfer zu erfahren. Zudem wird der Vorgang des Zinngießens anhand historischer Arbeitsgeräte beleuchtet. Auch die Gründe, warum der Beruf verschwand, sind Gegenstand der Schau.

Im Rahmen des museumspädagogischen Angebots können die jungen Besucher einen Zinngießerlehrling bei seiner Arbeit begleiten. Kindgerecht wird so vermittelt, was eine Zunft ist, wie sich der Alltag in einer Handwerkerwerkstatt gestaltete und wie Kinder damals lebten.

Die Ausstellung können Sie bis zum 29.01.2017 erleben. Wir freuen uns über einen Besuch!

Öffentliche Auftaktveranstaltung des Themenjahres

Auftaktveranstaltung
„handwerk zwischen gestern & übermorgen“
Museumsdorf Baruther Glashütte, 20.05.2016

Gärballons Glashütte Baruth_prDie öffentliche Auftaktveranstaltung des Themenjahres Kulturland-Brandenburg 2016 „handwerk zwischen gestern & übermorgen“ findet am Freitag, dem 20. Mai 2016, im Museumsdorf Baruther Glashütte statt, das in diesem Jahr das 300. Jubiläum der Glashütte feiert.

Zum Festakt um 14 Uhr werden u. a. Dr. Martina Münch, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, und Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, Grußworte halten. Die Festgäste werden außerdem von weiteren Gastgebern sowie Partnern und Förderern des Themenjahres 2016 begrüßt.

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Vor und nach dem Festakt erwartet die Gäste ein unterhaltsames Programm. Das Museum Glashütte und alle Handwerksangebote im Museumsdorf sind den ganzen Tag über erlebbar. Informationen aus erster Hand zu zukunftsorientierten und traditionellen Handwerksberufen bieten die Präsentationen von Handwerksbetrieben sowie die Handwerkskammern des Landes Brandenburg.

Für Unterhaltung sorgen „Glas und Jazz“ im Museum sowie die theatralische Installation „Das Lobbüro“ der flunker produktionen. Musikalische Erlebnisse und Entdeckungen verspricht die „Wunderkammer“, und zum Weinbau in Brandenburg gibt es im „Weinsalon“ etwas zu erfahren und zu erkosten. Kulinarische Stärkungen bieten u. a. der Gasthof „Reuner“ und der Dorf-Konsum.

Höhepunkt des Tages ist um 17 Uhr ein Konzert der Kammerakademie Potsdam unter der Leitung von Antonello Manacorda. Auf dem Programm, an dem Lena Neudauer, Violine, mitwirkt, stehen die Werke „Sommerabend“ von Zoltan Kodaly, „The Lark Ascending” von Ralph Vaughan Williams und die Sinfonie Nr.7 („Der Mittag“) von Joseph Haydn.

Mit dem Auto
Autobahn A 13, Abfahrt Baruth/Glashütte über Domswalde, B 96/115 Abzweig Klasdorf

Mit der Bahn täglich RE 5 Rostock–Elsterwerda, Ausstieg: Bhf. Baruth-Klasdorf (Fußweg 3 km)

Besonderer Service für unsere Gäste am 20. Mai:
Busshuttles
Vom BHF Klasdorf nach Glashütte: 10.35 Uhr, 12.35 Uhr
Von Glashütte zum BHF Klasdorf: 17.10 Uhr, 19.10 Uhr
Zusätzlich zum BHF Baruth ein Shuttle um 20.10 Uhr

»Märkische Drahtzieher«

Ausstellungseröffnung
04.05.2016, 19 Uhr
Brandenburg an der Havel

Dalmatik Ende 14. Jhd_web

»Märkische Drahtzieher« – der Titel ist bewusst doppeldeutig gewählt: Natürlich geht es um die Herstellung und Verwendung von Draht. Das Brandenburger Dommuseum verwahrt kostbarste Gewänder, die mit massivem Golddraht verziert sind. Es kommen aber auch »Low-Budget-Varianten« vor, die Golddrähte mit weniger Gold enthalten, so genanntes »Häutchengold«. Der Drahtzieher ist aber auch der Lenker im Hintergrund, etwa Bischof Dietrich von Brandenburg, der die Übertragung der Kurmark an Kaiser Karl IV. diplomatisch begleitete. Die frühesten Gewänder aus dem reichen Textilschatz des Dommuseums stammen aus dieser Zeit.
Als Drahtzieher bezeichnet man auch den Marionettenspieler: Kurfürst Albrecht Achilles ließ Bischof Arnold von Burgsdorff tanzen und inszenierte eine Farce um dessen Wahl. Eines der prächtigsten Gewänder aus dem Domschatz geht auf eine Stiftung Bischof Arnolds zurück.
Die Ausstellung endet mit dem Thema »Drähte nachziehen« und führt in die mikroskopische Welt der Textilrestaurierung.
Sie können die Ausstellung noch bis zum 31.10.2016 im Dommuseum Brandenburg besuchen.