Fontane und die Stadt

Eine Ausstellung in der Galerie am Bollwerk
Neuruppin, 27. September – 3. November 2019
Eröffnung, 26. September 2019, 19 Uhr

Die Löwen-Apotheke in Neuruppin (Bj. 1788), Geburtshaus Theodor Fontanes © Matthias Frinken

Die Galerie am Bollwerk zeigt in einer Ausstellung ab dem 27. September Städte und Wohnorte aus Theodor Fontanes Leben.
Er wuchs in Neuruppin und Swinemünde auf, verbrachte einige Zeit in Leipzig, Dresden, Burg und Letschin. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er jedoch in den Metropolen London und Berlin. Zwar befürworten vor allem seine brieflichen Aufzeichnungen den Modernisierungs- und Urbanisierungsprozess vor allem in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. In Deutschland und zeigen sich vom rapiden Wachstum der Großstädte beeindruckt. In seinen »Wanderungen«, den Essays, v.a. aber in Fontanes Romanen stehen diese Vorgänge und die damit verbundenen sozialen Folgen kaum im Zentrum seiner Beobachtungen und Darstellungen. Nur ausnahmsweise ist dazu etwas zu finden, z.B. im Kapitel Glindow in den »Wanderungen«. Fällt der urbane und industrielle Wandel den Maßgaben des poetischen Realismus zum Opfer oder interessieren seine Akteure und die sozialen Folgen Theodor Fontane einfach nicht?
Die Ausstellung widmet sich den metropolitanen Realitäten des 19. Jahrhunderts. Sie stellt die Wohnorte des märkischen Autors den Spielorten seiner Romane gegenüber und lädt zur Diskussion über Theodor Fontanes Modernisierungsbegriff ein.

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Ausstellung »Fontane und die Stadt«

Eröffnung 26. September 2019, 19 Uhr
Laufzeit
27. September – 3. November 2019
Öffnungszeiten Fr–So 12–16 Uhr
Eintritt
frei
Ort Galerie am Bollwerk, An der Seepromenade 10, 16816 Fontanestadt Neuruppin

Web www.galerie-am-bollwerk.de

Schloss Wiepersdorf trifft Fontane

Eine Literaturgesprächsreihe im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
in Kooperation mit der Stiftung Schloss Wiepersdorf
18. + 25. September sowie 30. Oktober 2019, jeweils 19 Uhr

Thomas Hettche © Thomas Andenmatten

»Pfaueninsel« – Das künstliche Paradies | Thomas Hettche im Gespräch mit Jens Bisky am 18. September 2019, 19 Uhr

„Pfaueninsel!“ schrieb Fontane in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg, „Wie ein Märchen steigt ein Bild aus meinen Kindertagen vor mir auf: ein Schloß, Palmen und Känguruhs; Papageien kreischen; Pfauen sitzen auf hoher Stange oder schlagen ein Rad, Volièren, Springbrunnen, überschattete Wiesen; Schlängelpfade, die überall hinführen und nirgends; ein rätselvolles Eiland, eine Oase, ein Blumenteppich inmitten der Mark.“
In seinem Roman Pfaueninsel erkundet Thomas Hettche, 1992 Stipendiat in Wiepersdorf, diese Oase mitten im preußischen Arkadien, wobei ihn mit Fontane mehr verbindet als die Erzählung von der Tragik der ungleichen Liebe, der Entsagung und der Resignation.
Im Rahmen der Gesprächsreihe „Schloss Wiepersdorf trifft Fontane“ seziert Thomas Hettche im Gespräch mit dem Journalisten und Preußen-Experten Jens Bisky das preußische Märchen von der Vervollkommnung der Welt in einem künstlichen Paradies.

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Martin Mosebach © Hagen Schnauss

»Der Nebelfürst« – Eine Reise ins Blaue | Martin Mosebach im Gespräch mit Denis Scheck am 25. September 2019, 19 Uhr

Über Martin Mosebach, 2001 Stipendiat in Wiepersdorf, schrieb der Literaturkritiker Denis Scheck: „Martin Mosebach ist einer der brillantesten Erzähler unserer Gegenwart. Niemand schreibt psychologisch so versiert über Paare. Niemand vermag die Abgründe in Beziehungen so fein auszuloten. Und niemand folgt den Strömen des Geldes so kenntnisreich wie der studierte Jurist Martin Mosebach.“
In seinem meisterhaften Roman Der Nebelfürst, der sich stilistisch an Erzähler des 19. Jahrhunderts anlehnt, schickt Martin Mosebach seinen Protagonisten als Entdecker und Eroberer auf eine Reise ins Blaue, genauer gesagt, auf die Bären-Insel im Nordmeer. Dieser satirische Roman bleibt – wie die Liebe ‒ ewig jung.

 

 

 

 

Antje Rávik Strubel © Zaia Alexander

»Gebrauchsanweisung für Potsdam und Brandenburg« | Antje Rávik Strubel im Gespräch mit Tilman Krause am 30. Oktober 2019, 19 Uhr

„Sich kurz zu fassen, ist eines der wesentlichen Prinzipien eines brandenburgischen Gesprächs […] Nur ein Zugereister kann auf den nutzlosen Gedanken kommen, alles auszudiskutieren.“ Die in Potsdam lebende Antje Rávik Strubel, im Jahr 2000 Stipendiatin in Wiepersdorf, nimmt in ihrer Gebrauchsanweisung mit Zeilen wie diesen Brandenburg ironisch und liebevoll in Augenschein.
Tilman Krause, leitender Feuilleton-Redakteur der Tageszeitung Die Welt, kommentierte die Veröffentlichung im Jahr 2012 mit folgenden Worten: „Vergesst Fontanes Wanderungen. Jetzt führt Antje Rávik Strubel durch die Mark Brandenburg.“ Antje Rávik Strubel und Tilman Krause sprechen über das Originalrezept vom Fürst-Pückler-Eis, Thermalbäder in Brandenburg und den „Pflichtteil des Glücks“.

 

 

 

 

Der Eintritt zu allen drei Veranstaltungen kostet jeweils 3 Euro.

www.fontane-200.de | www.hbpg.de

Kreuzfahrt MITFontane

Wenn Kutsch‘ und Bahn nicht fahr’n, bringt uns über’n See der Kahn.
Die Theaterreise des event Theater im Rahmen des Brandenburger Klostersommers feiert am 3. August 2019 Premiere.
Karten sind noch für den 18. und 25. August erhältlich.

Theodor Fontane alias Hank Teufer, Foto: event Theater Brandenburg an der Havel

Pfingsten 1874 reiste Theodor Fontane mit seiner Frau Emilie auf der »staubigen Sommerchaussee von Brandenburg « nach Plaue. Er war der Einladung Carl Ferdinand Wiesikes gefolgt, um weiter an den »Wanderungen durch die Mark Brandenburg« zu arbeiten und den Philosophen Schopenhauer kennzulernen. Plaue war ein Ort, um auszuspannen, bei gutem Wein zu philosophieren und über den alten Ort der Quitzows zu recherchieren.

Fontane notierte alles Wichtige in seinen Notizbüchern, holte Erkundigungen über das Schloss, die Pfarrkirche und den Ort ein. Viele seiner Notizen fanden im fünften Band seiner »Wanderungen« Niederschlag. Das Kapitel »Plaue a.H.« setzte dem Ort ein bleibendes Denkmal. Auch persönlich blieb Fontane dem Ort verbunden. Bis zum Tod seines Gastgebers Wiesicke kehrte er jedes Jahr dorthin zurück.

Die Theaterreise »Kreuzfahrt MITFontane« nimmt den Besucher mit auf eine Reise über den Wendsee und den Plauer See, wo der Hofstaat des Plauer Schlosses bereits auf die Gäste wartet. Auf den Spuren Fontanes geht es zunächst in die Adler-Apotheke. Von dort aus führt eine mysteriöse Frauengestalt die Gäste weiter auf dem Fontaneweg zur Pfarrkirche und schließlich über den Friedhof. Überall in den Gebäuden, zwischen Bäumen oder auf dem Wasser begegnen dem wandernden Publikum Szenen und Bilder aus dem Leben Fontanes. Musik und Gesänge werden nicht fehlen, bevor die illustre Runde zum Abendbuffet lädt.

Unter der Regie von Alexandra Wilke entführt das Event Theater aus Brandenburg an der Havel den Besucher in die längst vergangene Zeit Theodor Fontanes.

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Theaterreise »Kreuzfahrt MITFontane«

Premiere 3. August 2019, 15 Uhr
weiter Termine 4./10./11./17./18. + 24./25. August 2019, jeweils 15 Uhr
Eintritt 28,50 Euro (im VVK), 32 Euro (an der Abendkasse), 39 Euro (inkl. Abendbuffet)
Treffpunkt Anlegestelle der »Old Havelfee« am Fischerufer
Am Seegarten 1, 14774 Brandenburg an der Havel
Dauer ca. 3 Stunden

Anmeldungen unter www.event-theater.de